Einleitung

Das Online-Tagebuch von Feri Gradnik wird Sie durch die Geschichte der Schlösser und Höfe in den ausgewählten Städten führen und auf eine einzigartige Reise mitnehmen. Das Tagebuch entstand während Feris Sommerferienreise und umfasst Tagebucheintragungen, Anmerkungen, Fotographien und seine clevere Bemerkungen. Feri ist nämlich Geschichtsprofessor und liebt die Geschichte über alles (ist logisch), seine sonstigen Vorlieben sind alle weniger wichtig und kommen erst nach seiner Vorliebe für Geschichte, doch nicht unbedingt in der angeführten Reihenfolge: das rote Kabrio (war ein Geschenk seines Onkels, was zwar irrelevant ist), der Futsal (für ihn ist Rennen durch den großen Spielplatz große Zeitverlust), der Gedanke ein Vegetarier zu werden und die Geschichten über Geister, die ihm schon seit früher Kindheit begeistert haben, doch er mag nicht die furchteinflößenden, sondern eher die melancholischen Geistesgeschichten. Er ist ein bisschen ungeschickt wenn er sich in der Nähe von Frauen aufhält, doch er mag sie sehr. Er ist hoch, gut aussehend und angemessen muskulös; seine Kolleginnen im Lehrerzimmer

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können sich nicht einigen, ob er sie mehr an Clark Kent oder Brad Pitt erinnert. Feri liebt Reisen, denn er glaubt, dass jede Reise oder Ausflug auch eine innere spirituelle Reise zu sich selbst ist. Der Professor entschiedet all seine Leidenschaften zu vereinen, startet den roten Kabrio und fährt zu den ausgewählten Schlössen und Höfen um Antworten auf seine Fragen bezüglich die Existent und Natur der Geister, die hinter diesen dicken Wänden wohnen, die auf einigen Stellen angeschlagen und auf anderen Stellen frisch renoviert sind, zu finden. Er schreibt in sein Tagebuch und fügt gleichzeitig Anmerkungen über lokales Essen und Weine hinzu; er denk sogar darüber nach mit dem Fahrrad die nahen Rad- und Wanderwege zu erforschen. Er ist zufrieden mit den vielen Geschichten, die er während seiner Reise gehört hat, doch er vergisst nicht die exakten historischen Daten und Hintergründe dieser Geschichten zu prüfen. Und als sich seine Reise langsam dem Ende nähert stellt er fest, dass sich in diesen Schlössern und Höfen wirklich Geister aufhalten, und zwar die Geister der Vergangenheit, die sich, wenn wir sie einmal gut kennengelernt haben, in ausgezeichnete Führer und Steuerer durch die Gegenwart und Zukunft verändern werden.

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Für Besucher geschlossen.

Die Križevci Gemeinde
TIC Ljutomer

Jureša Cirila 4, 9240 Ljutomer
T: +386 (0)2 584 83 33
E: ticljutomer@jeruzalem.si
I: www.jeruzalem.si

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Herrenhaus Lukavci

Herrenhaus Lukavci

Es ist wieder Samstag und Professor Feri Gradnik wird auch heute die Gelegenheit wahrnehmen und ein Schloss besuchen, das er in seiner Monografie beschreiben wird. Er sprich zwar nicht gerne darüber, aber er ist ein bisschen abergläubisch und denkt, dass wenn man keine richtige Idee hat, einfach auf ein Zeichen warten muss und dieses dann richtig erkennen muss. Der Professor nimmt ein Schlückchen frische Limonade und starrt aus dem großen Fenster, das eine herrliche Aussicht auf eine sumpfartige Wiese bietet. Auf der Wiese sitzen verschiedene Vögel herum und tauschen sich die aktuellsten Neuigkeiten gegenseitig aus. Von irgendwo kommt ein Graureiher hergeflogen und noch bevor er mit seinem Schnabel blitzschnell nach Futter greifen kann, fällt dem Professor ein: das Schloss Lukavci!

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Herrenhaus Lukavci

Seine rotes Cabrio liebt die ländliche Ebene, er selbst die dortigen ü-s von Prlekija, deshalb freut er sich ganz besonders auf den Besuch in der Gemeinde Križevci inmitten der Felder von Mursko polje. Entlang der Straße Ljutomer-Sveti Jurij kommt er in das Dorf Lukavci und hält in seinem nördlichen Teil vor dem gleichnamigen Herrenhaus an.

Der Ort wird als Villa Lukauz im Besitzrechtsverzeichnis bzw. Urbar des tschechischen Königs Ottokar II. Přemysl aus den Jahren 1265-1267 erwähnt. Die Anfänge des heutigen Herrenhauses reichen ins 13. Jahrhundert zurück, als hier ein Schiesshof stand, um 1290 gab es hier schon zwei Schießstände. Das Herrenhaus Lukavci (Lukaufzen) hat seine Wurzeln im Schießhof, welcher sich damals im Besitz der ritterlichen Familie Payer befand. Daher stammt auch die Linie der Ritter aus Lukavci, die Eigentümer des Herrenhauses bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts waren: 1290 wird Herrand Payer, 1319 Henrik Payer zu Locauz erwähnt. 1422 ging der Besitz des Hauses auf den Edlen Hans Lokaucz, einen Baumeister aus Ljutomer, über.

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Herrenhaus Lukavci

Das Herrenhaus mit 27 kleineren Wohneinrichtungen sowie 17 und ein halb Bauernhöfen hat er seinem Sohn Gašper hinterlassen. Die Brüder Wolfgang und Ahac hatten zwischen den Jahren 1440 und 1443 das Herrenhaus und 9 Höfe im Besitz, Teil des Eigentums war im Besitz von Paul Fleming. 1449 wird als Eigentümer Jörg-Jurij Schweinbeck erwähnt. Als die Ritter von Lukavci ausgestorben sind, verlieh Kaiser Friderik das Lehen an Vital Dorner, 1492 an Jörg aus Vivšnik (Weissenegg); seine Nachkommen hatten es noch 1568 im Besitz. Ob dieses Lehen auch das Herrenhaus selbst umfasste, ist nicht klar, denn der Großteil von Lukavci war damals Eigentum von Schweinbecks Erben. Sein Nachfolger Gašper Graf Draškovič verkaufte 1648 der Baroness Siguna Khevenhüller 6 und ein halb Bauernhöfe mit einem Burgfried und mit dem Recht auf das Zehntel, damals war aber das Herrenhaus Eigentum von Jurij Stübich aus Špilje (Spielfeld). Von 1730 bis 1791 war Besitzer der Graf Katzianer aus Špilje, zum Herrenhaus gehörten damals sieben Dörfer mit 62 Untertanen und der Markt Veržej.

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Herrenhaus Lukavci

Seine späteren Besitzer waren Baron Fleury, Kührer Reichshem, bis 1806 die Familie Csemösz, zuletzt aber Frau Jožefa Petkovič, geb. Csemösz. 1807 kaufte major Franz Schenkl das Amt mit 109 Untertanen und es 1838 an seinen Sohn Avgust weiter gegeben; dessen Nachfahren waren Eigentümer bis zum letzten Krieg.

Der Professor betritt das Herrenhaus nicht, denn in seinem Innern befindet sich seit 1952 eine Sozialschutzeinrichtung, stattdessen macht er gründliche Notizen über sein Äußeres:

Das einstöckige Gebäude in Form eines Quadrats mit einem neueren Erweiterungsbau auf der Seite des Hofs wird durch diagonal gebaute rechteckige Türme gegliedert. Die Hauptfassade ist dreiachsig und mit einem etwas höheren Eingangsturm betont, welcher mit einem pyramidenförmigen Dach endet. Der Eingangsturm wird durch halbkreisartige Öffnungen gegliedert. Das Eingangsportal aus Stein stammt aus der Zeit der Errichtung. Das halbkreisförmige Portal aus Frühbarock ist mit profilierten Kapiteln und einem voluminösen Schlussstein geschmückt.

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Herrenhaus Lukavci

Andere Öffnungen in der Fassade sind umgearbeitet und ohne Fensterrahmen. Einige Barockfenstergitter sind noch erhalten. Die Fassade ist mit einer ungeeigneten Isolierungsschicht bedeckt. Die Dachdeckung des Gebäudes ist aus Ziegel. Im Inneren befinden sich vor allem im Keller und im Flur zum Teil gut erhaltene Gewölbe. Das Gebäude zeigte stilistische Züge des 18. Jahrhunderts, bevor es im 19. Jahrhundert umgebaut wurde. Wahrscheinlich wurde es von den Adeligen Katzianern an der Stelle des ehemaligen Herrenhauses umgebaut. Zur Zeit der Bauernaufstände wurde das Herrenhaus von dortigen Bauern attackiert und erst die Armee konnte die Bauern verjagen. Die Eigentümer Schenkl renovierten das Gebäude im klassizistischen Stil. Darin befand sich auch der Sitz der dortigen Herrschaft für 15 Gemeinden.

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Herrenhaus Lukavci

Als Professor Feri Gradnik Lukavci verlässt und in Richtung Gajševci-See fährt, wünscht er sich, in seinem Kofferraum ein Surfbrett dabei zu haben. Oder wenigsten einen Reiher zu sehen, welcher am Morgen seinen Platz unter seinem Fenster fand, in Lukavci aber auch im Dorfwappen. Nur, dass der Reiher im Wappen silbern ist, im Schnabel eine goldene Schlange hält und auf dem blauen Feld um den Reiher Schilf wächst.

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Herrenhaus Lukavci

Quellen:

Gradovi.net. Pregled slovenskih gradov, graščin in dvorcev. Abgerufen am 15. 02. 2014 unter http://www.gradovi.net/grad/lukavci_dvor

Online-Anfragen nach Daten im Archiv. Abgerufen am 15. 02. 2014 unter http://www.siranet.si/detail.aspx?ID=43672

Stopar, I. (1991). Grajske stavbe v vzhodni Sloveniji - Med Prekmurjem in porečjem Dravinje. Ljubljana: Založba Park.

Stopar, I. (1991). Gradovi na Slovenskem. Ljubljana: Cankarjeva založba.

Uradni list RS (Amtsblatt Republik Slowenien), Nr. 97/2011 vom 2. 12. 2011. Odlok o razglasitvi nepremičnih kulturnih spomenikov lokalnega pomena na območju Občine Križevci. Abgerufen am 15. 02. 2014 unter http://www.uradnilist.si/1/content?id=106143

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Herrenhaus Lukavci
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Herrenhaus Lukavci

Naturpark Ljutomerski ribniki – Jeruzalemske gorice
Durch den bekanntesten Teil der Weinbauregion Prlekija krümmt sich die touristische Weinstraße von Jeruzalem, die Sie bestimmt begeistern wird.

Das Bauernmuseum Pristava erzählt die Geschichte von Pristava und sechs Generationen der Pavličič Familie durch die mit zahlreichen Musealien ausgestattete Bauernküche, das Bauernzimmer und die Scheune.

Stadt Ljutomer mit Marktplätzen - Miklošičev trg, Stari trg und Glavni trg mit dem Rathaus und dem Museum Ljutomer oder »LOTMERK«, wie die Ortschaft im Jahr 1242 genannt wurde, ist in 1265 ein Marktplatz geworden. Die Stadt ist nach dem 1. slowenischen Lager (1868), dem 1. slowenischen Trabrennen (1874), der 1. slowenischen Filmaufzeichnung von Dr. Karol Grossmann (1905), dem 1. Selbstbedienungsladen in Exjugoslawien und ausgezeichneten Weinen bekannt.

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Herrenhaus Lukavci

Töpferei Žuman Ljutomer
Die Tradition der Töpferware-Anfertigung in der Žuman Familie wurde schon auf die fünfte Generation übertragen.

Park des 1. slowenischen Lagers
Der Stadtpark in Ljutomer entstand als Überrest der ehemaligen umfangreichen Eiche- und Weißbuchewäldern beim Ščavnica Fluss. Hier wickelte sich der 1. slowenische Lager ab, mit dem die Bewegung für die Vereinigung aller Slowenen angefangen hat.

Das Museum der Traber aus Ljutomer und die Pferderennbahn
Das Trabwettrennenverein aus Ljutomer wurde in 1875 gegründet und war das zweite solche Verein in Europa. Auch heute noch werden in Ljutomer zahlreiche wichtige Trabrennen organisiert.

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Herrenhaus Lukavci

Das Schloss ist im Privatbesitz und ist für Besucher geschlossen.

TIC Gornja Radgona
Kerenčičeva 16, 9250 Gornja Radgona
T: +386 (0)2 564 82 40
E: info@tic-radgona.si
I: www.tic-radgona.si

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Schloss Črnci

Schloss Črnci

Ein guter Tag fängt bekanntlich mit einem guten Kaffee an. Professor Feri Gradnik trinkt einen heißen, schwarzen Kaffee mit ökologisch angebautem Zimt. Lange in die Nacht schrieb er seine Monografie, heute belohnt er sich selber mit einem Ausflug zu einem der Schlösser auf seiner Liste. Und am welchen Schloss kann man auch an Kaffee denken? Ja, auch das wird eines der heutigen Ziele.

Das im Barockstil entworfene Schloss Freudenau Črnci oder Meinls Burg, wie es noch heute genannt wird, obwohl es in Wahrheit ein Schloss ist, befindet sich im Dorf Črnci, das erstmals 1124 erwähnt wird. Die Hauptfassade blickt zur Straße Gornja Radgona-Trate-Mureck.

Der Professor blickt in das einstöckige Gebäude mit einem klassizistischen Portal aus Stein, über dem sich ein Balkon prangt. Er würde gerne die mit Säulen gestützte Aula mit einem Marmorkamin im Erdgeschoß betreten, aber der Eingang ist nur Eingeladenen erlaubt.

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Schloss Črnci

Des Professors enge Begleiterin ist seine Fantasie, deshalb kann er sich das Bild des Schlosses in seinem Kopf ausmalen.

Der ursprüngliche Hof wurde im 16. oder 17. Jahrhundert durch ein Renaissanceschloss ersetzt. Dessen rechteckiges Gebäude war von einem Wall umgeben, an den Ecken von kleineren Türmen vervollständigt. Seine heutige Barockform hat das Schloss wohl im 17. Jahrhundert erhalten. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das Hauptgebäude umgebaut, die Wirtschaftsgebäude umgestaltet und die Schlosskapelle errichtet. Seit seiner ersten Erwähnung im Jahr 1124 wechselte das Schloss schon mehrere Namen und Besitzer. Eine Urkunde vom 30. März 1124 zeugt davon, dass Bernhard von Spanheim schon lange zurück die Meierei Črnci – stabularium curtim Scirmdorf an das Kloser in St. Paul überreicht hat. Hier, wo sich heute das Schloss Freudenau befindet, stand früher ein Schießhof, der als Abwehr vor Angreiffern diente. Erwähnt wird er auch in Ottokars landesfürstlichem Urbar (1265-1267). Dokumente belegen, dass das Schloss schon vor 1619 erbaut wurde, denn Oberherzog Ferdinand verlieh dem Sitz Apače den Burgfried.

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Schloss Črnci

Dass es sich hierbei um ein Renaissanceschloss handelt, belegt auch eine Skizze in Vischers Karte der Steiermark aus dem Jahr 1678.

Das Schloss Črnci ist somit das Erste in Slowenien, das ein einachsiges Konzept verwirklicht. Die Edle Izabela Trautmannsdorf hat das Schloss 1635 dem Grafen Ludvik Schwarzenberg verkauft. 1642 wurde es Eigentum von Jurij B. Khiessl und blieb später im Besitz seiner Nachfahren. Andere bekannte Eigentümer waren: Jurij Kr. Graf von Stürgkh (1738), Kajetan Graf von Wildenstein (1792), der das Gebäude auch neu umgebaut hat, Jožefa Gräfin von Khevenhüller (1794), Vincenc Graf von Szpary (1802), Vajkard Graf von Trautmannsdorf (1806), Karl Graf von Stürgkh (1818), der Edle Baron Egidij Taxis (1825), Gräfin Kunigunda Rosenberg (1827), deren Tochter Kunigunda Platz (1843), Graf Henrik Des Enffans d Avernas (1877), Pfandl (1885). Das Grundbuch beim Gerichtshof in Gornja Radgona belegt, dass der Besitz samt dem Schloss am 2. Oktober 1909 Eigentum von Julius Meinl, einem Wiener Kaffee-Großhändler und Besitzer einer Rösterei, wurde.

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Schloss Črnci

Der war bereits in der Zeit, als er das Schloss erworben hat, einer der größten Kaffeeröster und der größte Importeur von Kaffee und Tee in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Zu dieser Zeit gab es im Park auch einen Tennisplatz. Unter den Menschen war er sehr beliebt, denn er hatte ein einzigartiges Sozialgefühl.

Zur Zeit der Okkupation waren das Land und das Schloss mit dem anderen Eigentum von Meinl verstaatlicht worden. Meinl verlies mit seiner Frau jüdischer Abstammung den Besitz und zog erst nach Maribor und von dort nach Österreich. Im Grundbuch ist verzeichnet, dass alle Gebäude und der Besitz von der jugoslawischen Regierung gleich nach Ende des 2. Weltkriegs übernommen wurden. Die Räumlichkeiten benutzte das Landwirtschaftskombinat. Heute ist das Schloss wieder in privaten Händen.

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Schloss Črnci

Obwohl er Kaffeegenießer ist, ist in dieser Hitze kaltes Wasser angebrachter. Heimlich blickt er über die Schulter und erkämpft sich den Weg in den Park. Er findet den tiefsten Schatten und malt Bilder aus Zeiten, als der Park noch sein blühendes Leben führte.

Der zweiteilige französische Park hinter dem Hof zählt zu den früheren Barockerrichtungen auf slowenischen Boden seiner Art. Im langen Park findet man angeordnete Blumenbeete, das mittlere und breiteste führte durch das Wallportal in den Obstgarten und von dort zur Mur. So wie der Park, der Anfang 19. Jahrhunderts vom Graf Szapary neu angelegt wurde, konnte auch die Kapelle am nördlichen Rand der Zeit nicht standhalten. Hölzls Mühle inmitten des Feldes, entlang dessen der alte Kanal verlief, zaubert wenigsten etwas der verlorenen altertümlichen Romantik herbei.

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Schloss Črnci

Er bedauert es sehr, dass er das Schloss nicht betreten konnte. Das Schloss ist im Kern ein Barockgebäude, das später umgebaut wurde und ein Exempel klassizistischer Architektur statuiert. Eine Besonderheit des Schlosses ist das runde römische Relief aus dem 2. Jahrhundert, das ein Ehepaar darstellt und sich im Flur des nördlichen Eingangs befindet. Leider hat er seine Seelenverwandte noch nicht gefunden, aber wer sucht, der findet bekanntlich auch.

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Schloss Črnci

Quellen:

Kam na izlet? Abgerufen am 15. 02. 2014 unter http://www.kamnaizlet.si/destinacije/grad-crnci

Slovenija v malem, sredi pa Meinlov grad (25. marec 2014). Delo. Abgerufen am 15. 02. 2014 unter http://www.delo.si/druzba/panorama/slovenija-v-malem-sredi-pa-meinlov-grad.html

Stopar, I. (1991). Grajske stavbe v vzhodni Sloveniji – Med Prekmurjem in porečjem Dravinje. Ljubljana: Založba Park.

Stopar, I. (1991). Gradovi na Slovenskem. Ljubljana: Cankarjeva založba.

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Schloss Črnci
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Schloss Črnci

Schloss Negova entstand aus dem holzernen Schützenschloss, dass hier im 11. und 12. Jahrhundert gestanden hat. Der Schloss ist heute ein wichtiges Kulturdenkmal.

Das Pachamama Zentrum bietet zahlreiche Mosaike, Elemente unterschiedlicher Eko-Bauarten, Gärtnerei auf tausend und eine Art, Besichtigung der Holzproduktanfertigung, die Kunstgalerie, die Galerie der Naturkosmetik und noch vieles mehr an.

Das Museum Špital befindet sich im erneuerten Gebäude des ehemaligen bürgerlichen Spitals und bewahrt archäologische, ethnologische, künstlerische und sonstige kulturelle und historische Gegenstände, Dokumente und Zeugnisse aus den Orten im steierischen Teil des Übermurgebiets, die sich auf ihre Geschichte und die Geschichte ihrer Bürger von der prähistorischen Zeit bis heute bezieht. 

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Schloss Črnci

Im Keller unter dem Wasserfall werden seit 1852 der Radgona Gold Sekt (Zlata Radgonska penina) nach der klasischen- oder Champaniermetode und der silberne Radgona Silber Sekt (Srebrna Radgonska penina) nach der Tank- oder Charmat-Methode hergestelt.

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Schloss Črnci

Dauerausstellung,
Schloss Beltinci
Mon. - Fr.:
08.00 - 15.00

 

TKA Beltinci
Mon. – Fr.:
08.00 - 15.00

Tourismus- und Kulturanstalt Beltinci
Mladinska ulica 2, 9231 Beltinci
T: +386 (0)2 541 35 80
E: ztk@beltinci.si, beltinci.info@siol.net
I: www.beltinci.net

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Schloss Beltinci

Schloss Beltinci

Wie kann man sich im Sommer erkälten? Feri Gradnik schlürft Kamillentee und bemitleidet sich selber ein wenig. Draußen beginnt ein neuer Tag. Den Professor kommt es in den Sinn, dass sein Samstag wie geschaffen ist, um ein Schloss zu besuchen, welches eine geordnete medizinische Museumsausstellung besitzt. Seine Neugier steigt, denn historische Daten über das Gebäude, dessen Boden die Form des Buchstaben L hat, sind rar und unsystematisch gesammelt.

In Beltinci soll schon im Mittelalter ein Schloss aus dem 15. bzw. dem 14. Jahrhundert gestanden haben. Der Ort Beltinci hat eine lange, bunte und ereignisreiche Geschichte. Im Mittelalter wird der Ort als Beletfalua (1322) erwähnt, danach unter demselben Namen in den Jahren 1379 und 1381, eine Urkunde aus dem Jahr 1389 spricht über villa Belothfalua.

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Schloss Beltinci

Als Land gehörte Beltinci im 13. Jahrhundert der altslowenischen Adelsfamilie Jura, dieser folgte nach den Jahren 1265 und 1267 die Familie Hahold, Banfy Banič aus Dolnja Lendava und danach die Familien Nádasdy, Széchényi, Ebergényi, Csáky, Gyika, Sina, Wimpffen. Vor dem zweiten Weltkrieg war die Familie Zichy Eigentümer des Schlosses. Es wurde wahrscheinlich erst nach Ende der Türkeneinfälle im 17. Jahrhundert umgebaut. Ungarische Bauernaufständische Kruzen, die vom 16. bis zum 18. Jahrhundert entlang der Habsburger Monarchie plünderten, mordeten und alles niederbrannten, haben das Schloss 1708 stark beschädigt. Das einstöckige Gebäude, ursprünglich mit vier Trakten und aus Ziegel (heute fehlen Teile des südlichen und westlichen Traktes), war von einer Mauer mit vier Türmen umgeben, darum herum gab ein Graben mit Wasser aus dem Bach Črnec zusätzlichen Schutz. Das barocke Bild des Schlosses wurde nicht einmal mit verschiedenen Beimischungen getrübt. Bis zum Einsturz einiger Teile des südlichen und westlichen Flügels erhielt das Gebäude sein spezifisches renaissanceartiges Bild des geschlossenen Typs.

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Schloss Beltinci

Im 17. Jahrhundert wurden wahrscheinlich an die äußeren Ecken vier runde kleinere Türme mit kegelförmigen Dächern dazu gebaut (heute stehen noch drei), die von einem besonderen Stil zeugen und im Einklang mit der spätbarocken Zeit sind. Die zentrale östliche Fassade hat 13 Achsen, in der Mitte wird sie vom typisch verfassten Portal gegliedert, das an jeder Seite von einer Schießscharte ergänzt wird. Der gewölbte Flur führt auf den Schlosshof, dessen Flügel sind zusätzlich mit Arkaden bebaut, die auf Pfeilern ruhen. Im Erdgeschoß sind die Arkaden offen, im Stock eingemauert. Die Gänge im Erdgeschoß sowie auf dem Stock sind kreuzförmig gewölbt. Eine Besonderheit des Schlosses sind auch gewölbte unterirdische Gänge. Einer von diesen führt zur Kirche, der andere zum Getreidespeicher – Grenar mit einem Eisentor aus dem Jahr 1754.

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Schloss Beltinci

Der Professor macht eine Verschnaufpause im Park mit einigen Exoten, er hat schon einige Notizen, jetzt wartet noch die Museumsammlung über die Geschichte der Medizin in Prekmurje auf ihn. Man kann nie wissen, was man aus der Geschichte lernen kann. Vielleicht findet man noch ein altes Rezept, wie man auf natürliche Weise bösartige Viren vernichten kann.

Die Sammlung, die vom Amt für Tourismus- und Kulturanstalt Beltinci verwaltet wird, entstand durch die Jahre aus der privaten Sammlung von Dr. Nikolaj Szeppessy, einem enthusiastischen Sammler medizinischer Gegenstände. Die Sammlung besteht aus einem Apothekenschrank aus der Apotheke in Murska Soota mit Möbeln aus der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Im Schrank befindet sich Geschirr aus Porzellan, Holz und Glas, das aus verschiedenen Apotheken aus ganz Pomurje stammt. Auf dem Pult steht eine Messingwaage aus dem 19. Jahrhundert, neben ihr gibt es eine Kasse, Mörser, Urkunden, eine Gaslampe und eine Uhr. Die Sammlung umfasst auch ein Labor mit den dazugehörigen Instrumenten.

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Schloss Beltinci

Nebenan befinden sich in der Nische ein kleiner Schrank und ein Tisch zur Bearbeitung von Heilkräutern mit einem alten Brecher, zwei alten Waagen und Töpfen fürs Vermischen und Aufbewahren von Teen und Samen.

Im Schlossturm ist ein Apothekenkeller mit einem alten Regal aus der Apotheke in Beltinci dargestellt. Auf dem Regal stehen Flaschen fürs Aufbewahren und den Transport. Dort gibt es auch eine Ausstellung über den Kampf gegen das Trachom. Die ausgestellten Exponate stammen hauptsächlich aus der Praxis des Dr. Pečan, einige Instrumente sind aus dem Allgemeinkrankenhaus in Murska Sobota, aus dessen Augenklinikum. Die Urkunden und Fotos sind aus dem Archiv der Augenklinik und aus dem regionalen Museum in Murska Sobota. In der anderen Hälfte des Raumes ist eine Ausstellung über die Entwicklung der allgemeinen Medizin, besonders aus Orten, wo diese detailliert untersucht wurde. So ist z.B. die Arbeit der Mediziner Josip und Feliks Lebar aus Križevci pri Ljutomeru vorgestellt; die beiden sind auch Vater und Sohn.

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Schloss Beltinci

Ein Teil der Ausstattung ist aus den Praxen von Dr. Kavkler aus Ljutomer und Dr. Škrilec aus Murska Sobota. Interessant ist auch die Vitrine mit den Zangen für das Ziehen von Zähnen.

Der Professor sieht sich alle ausgestellten Gegenstände an und es zuckt in seinen Zähnen, als er die Zange erblickt. Die Besichtigung endet im Hochzeitssaal, in dem sich Kulturveranstaltungen, Treffen und gelegentliche Ausstellungen abwickeln. Heute ist ihm nicht nach Gesellschaft, trotzdem belohnt er sich selber für das neue Kapitel seines Buchs über Schlösser und Herrenhäuser mit der köstlichen Speise dödoli, d.h. Kartoffelsterz. Im Restaurant in der Nähe wird die traditionelle Speise mit Sahne serviert. Den Professor kümmert es nicht, dass draußen über 30 Grad herrschen. Köstliches ist immer köstlich. Es ist nicht in seiner Natur, Gesprächen bei Nachbartischen zu zuhören, aber die Frauenstimme hinter seinem Rücken erzählt so leidenschaftlich eine Geschichte über die unerfüllte Liebe zweier Liebenden, die es nicht mehr gibt, dass er ohne Gewissensbisse das Gespräch verfolgt:

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Schloss Beltinci

Der letzte Eigentümer des Schlosses in Beltinci war Graf Augustin Zichy. Weil das Schloss immer viele Gäste zu Besuch hatte, lies er einen Badeort auf einer Sandinsel in Ižakovci an der Mur errichten. Die Einheimischen nannten es „Grafenbad“. Der Badeort war schön eingerichtet und hatte eine Dach, eine offene Küche und eine Kabine zum Umziehen. Vom Ufer der Mur führten Stufen in den Fluss.

Gleich nach Ende des 1. Weltkriegs ist die Gräfin Marija Ifigenija nach Beltinci zurück gekehrt, um den Besitz neu einzurichten, da er wegen des Krieges zerstört war. Die Schwester Anastazija heiratete nach Ungarn, die andere Schwester Fedora verstarb und der Graf selber blieb in Wien. Wie durch ein Wunder blieben das Grafenbad und die Umgebung unversehrt.

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Schloss Beltinci

Marija Ifigenija war für die damalige Zeit schon in ihren reifen Jahren (36), aber die Spuren der einstigen Schönheit waren noch zu sehen. Sie ritt oft mit ihrem Pferd Nadina in der Umgebung. Das Bad wurde zwar neu eingerichtet, aber kaum jemand kam schwimmen und auch Gäste gab es nicht in diesen unruhigen Zeiten.

Es war Frühsommer und die Gräfin ritt in Richtung Bad. Auf einmal blieb sie stehen. Sie sah einen nackten Männerkörper, glänzend von Wassertropfen. Zuerst dachte sie, sie sieht ein Gespenst. Sie näherte sich der Gestalt, das Pferd wurde unruhig und die Gestalt hat sich überrascht umgedreht – bereits im nächsten Moment verschwand sie. Die Gräfin durchforstete die Gegend, aber ohne Erfolg, sie fand niemanden. Sie ritt wieder zurück, aber der Gedanke an die männliche Gestalt blieb in ihrem Kopf.

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Schloss Beltinci

Sie kam immer wieder zurück und ertappte schließlich den Unbekannten, wie er auf der Düne stand und sie frech anstarrte. Er hatte eine Badehose an, wie sie damals die Jungen an der Mur aus ihren Schürzen angefertigt haben.

Die Gräfin war sofort vom dem Mann verzaubert. Er erzählte ihr, dass er Peter Družin heißt und aus einer wohlhabenden Familie stammt, aber als Drittgeborener arm wie eine Kirchenmaus ist. Vor kurzem kam er aus der Armee zurück, wo er russischer Gefangener war.

Und so begannen sie sich zu treffen und es entwickelte sich eine leidenschaftliche Liebe. Weil das Gebiet um das Grafenbad ziemlich verlassen war, blieben sie lange unentdeckt.

Die Hilfsdame der Gräfin Mariška Čačovičova war eine schlaue Frau. Sie bemerkte die fröhliche Art der Gräfin, die immer zu sang und Klavier spielte. Sie bemerkte auch die verdächtigen Flecken auf der Wäsche der Gräfin, und zwar immer nach ihrem Ritt.

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Schloss Beltinci

Sie war um die Ehre der Gräfin besorgt und beauftragte die Jäger und Förster Köveš und Czimer, der Gräfin zu folgen. Als die beiden offenbarten, dass die Gräfin eine Affäre hat, drohte die Magd der Gräfin mit Folgen, falls sie diese Affäre nicht beenden würde. Die Gräfin ritt am nächsten Tag zum Bad und machte, was ihr befohlen wurde. Peter ging weg und niemand sah ihn jemals wieder. Einige sagten danach, er habe sich in der Mur das Leben genommen, die anderen, dass er in die Fremde ging und als Söldner fiel. Die Gräfin gelobte, niemals zu heiraten. Seit dieser Zeit nennen die Leute dieses Fleckchen Erde Insel der Liebe.

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Schloss Beltinci

Quellen:

Stopar, I. (1991). Grajske stavbe v vzhodni Sloveniji - Med Prekmurjem in porečjem Dravinje. Ljubljana: Založba Park.

ZTK Beltinci. Abgerufen am 14. 02. 2014 unter http://www.beltinci.net/Grad_Beltinci,594,0.html

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Schloss Beltinci
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Schloss Beltinci

Insel der Liebe
Tourismus- und Kulturanstalt Beltinci organisiert auf der Insel der Liebe unterschiedliche Aktivitäten, die so für Ausflügler und Touristen, wie auch für zufällige Besucher interessant sind. 

Büjraštvo – Das Museum Büjraški muzej
Hier werden die Gegenstände und Werkzeuge der »Büjraši« ausgestellt.

Mühle und Fähre auf der Mur
Die Mühle in Ižakovci wurde in 1999 nach Originalplänen von einer der ehemaligen Mühlen an der Mur gebaut.
Die Fähre in Ižakovci und die Fähre in Melinci sind zwei von insgesammt drei aktiven Fähren an der Mur, hier auf der slowenischen Seite.
 

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Schloss Beltinci

Die Pfarrkirche des Heiligen Ladislavs ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Beltinci. Sie umfasst die neobarocke Kirche des Heiligen Ladislav aus dem Jahr 1742 und die Gruft der gräflichen Familie Zichy.

Der internationaler Folklorefestival in Beltincih findet jedes Jahr in der letzten Wochenende im Juli statt und wird von KUD Beltinci organisiert. Während des 4-tägigen Folklorfestivals kann man hier die Auftritte zahlreicher Folklorgruppen, Volksmusikansten und Volkssänger aus Slowenien und Ausland genießen.

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Schloss Beltinci


Voranmeldungen
Mon. bis Fr.:
8.00 - 16.00

 

Apr. - Sept.:
10.00 - 18.00
März, Okt. und Nov.:
10.00 -16.00

Informationszentrum des Naturparks Goričko
Grad 191, 9264 Grad
T: +386 (0)2 551 88 60
M: +386 (0)31 354 149
E: park.goricko@siol.net
I: www.park-goricko.org

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Schloss Grad

Schloss Grad

Feri Gradnik macht das Fenster weit auf und ins Kabinett prallt ein heißer und trockener Tag im frühen Juni. Der Professor kommt auf den irritierenden Gedanken, dass ein heißer Samstagmorgen kein Vorbote eines ruhigen Tages ist. Er stützt sich auf die Fensterbank und trifft mit dem Ellbogen die dicke Monographie Slovenski gradovi, die zuerst knarrt und dann mit einem lauten Klatsch auf dem Boden landet. »Ein Zeichen,« murmelt er, »das muss ein Zeichen sein. Ich muss das größte Barockschloss in Slowenien besuchen.« Er murmelt sich in den Bart: »Schloss Grad.« Es ist ein heißer Vormittag, als er über die weichen Berge auf die Straße Kruplivnik–Grad fährt und zuerst Beli križ – die Pestsäule aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sieht. Etwas Unangenehmes läuft ihm über den Rücken, er erinnert sich nämlich daran, wie sich eine Legende darüber erhalten hat, dass die Menschen zwei Monate, in denen die Pest zwischen der Mur und Raab mähte, einen mit einem Rittermantel umhüllten Ritter mit einer Sense auf der Schulter sahen.

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Schloss Grad

Die, die mutig genug waren, ihre Häuser zu verlassen, umhüllten sich mit in Schnaps oder Essig eingeweichten Leinen, um ihm zu entkommen.

Auf einem steilen Hügel aus Basalttuff im Nordosten von Goričko in der gleichnamigen Ortschaft steht das Schloss Grad. Einst gehörte dieses Gebiet dem ungarischen Staat, das Gebiet um das Schloss herum hat aber der König Bela III. dem Staat angeschlossen und dann im Jahr 1183 dem heute als Zentrum des slowenischen Raabgebietes geltenden Zisterzienserkloster in Monošter die Verwaltung übergeben. Die archäologischen Ausgrabungen beweisen die Existenz des Schlosses im 11. Jahrhundert. Das Schloss soll schon im Jahr 1275 auf dem Besitztum, den die Schriftquellen im Jahr 1208 als Lyndwo erwähnten, gestanden haben. Das Schloss trug verschiedene Namen: Fullyndua, superiori Lyndva, Felselindw … Den Erzählungen nach sollen Angehörige des berühmtesten europäischen militärischen christlichen Ordens – der Tempelritter mit dem Bau des Schloss begonnen haben.

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Schloss Grad

Den heutigen Umfang bekam es im 16. und 17. Jahrhundert und wurde im 18. und 19. Jahrhundert zu Ende gebaut und renoviert. In einem der Mitte des 16. Jahrhunderts gebauten Schlosstürme wurde der Schlosskapelle im Jahr 1751 ein Kirchturm (renoviert im Jahr 2001) dazu gebaut, was auch eine Schlusshandlung der Schlossgebäude-Barockgestaltung darstellte. Das Schloss befand sich im Besitz unterschiedlicher Eigentümer: der König Andrej II. schenkte das Besitztum dem Grafen Nikolaj Amadejec aus Eisenstadt, der zu seinen Titeln auch den eines slawonischen Bans zählte, und nach 1275 kam das Besitztum in die Hände von Familie Amade. Zwischen 1365 und 1685 bzw. von 1333 bis 1684, also gute dreihundert Jahre, herrschte hier die Familie Szechy, die im 16. Jahrhundert den Protestantismus mit Hingabe verbreitete. In der Regierungszeit der Familien entstand auch das Urbar der Grundherrschaft mit einer Umschreibung des Schlossgebäudes. Nach 1684 war der Nachfolger die Familie Batthyány, dann die Familien Nádasdy, Szécheny und Szapáry. In der Zeit zwischen den Kriegen war der Eigentümer des Schlosses Geza Hartner, ein Industrieller aus Murska Sobota, und im Schloss fanden zahlreiche Kunstwerke ihren Platz.

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Schloss Grad

Im Jahr 1945 lebte im Schloss die russische Rote Armee, die Prekmurje befreite. Ihr zur Ehre und zum Gedenken steht auf dem Marktplatz Trg zmage in Murska Sobota das 17 Meter hohe Denkmal zum Andenken an den Sieg im 2. Weltkrieg Spomenik zmage. Die Soldaten tauschten die Schlossmöbel und Ausstattung gegen Schnaps und andere Gaumenfreuden von Prekmurje und als Heizmaterial verwendeten sie fast die ganze Schlossbibliothek. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss in Jugoslawien verstaatlicht. In den Räumen waren einzelne Ämter tätig und darin lebten auch Familien.

Der Professor hört sich interessiert die Erklärung der sympathischen Fremdenführerin an und malt sich in seiner Phantasie das Bild des Schlosses mit festen, miteinander verbundenen Mauern, die von außen mit einem Erdauftrag und zusätzlicher Wache abgesichert sind.

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Schloss Grad

Er stellt sich vor, wie die Besucher vom Wachposten im Turm beobachtet werden. Das ursprüngliche mittelalterliche Bild bleibt mysteriös, wie auch die Rätseln, warum es drei Stockwerke über der Erde und drei unter ihr gibt, warum es an der Fassade gar keine Verzierung gibt, was in den drei Bogentürmen vorgefallen ist und ob es wahr ist, dass durch die zweigeschossigen Trakte mit dem auf massiven Ziegelpfeilern aufgestellten Arkaden die Templer spazierten sowie wer alles in den tiefen Kerkern litt. Und warum haben die Templer ein solches Schloss gebaut; genau an dieser Stelle und mit 365 Zimmern? Er kann schwer glauben, dass nur damit der Schlossherr jede Nacht in einem anderen Zimmer schlafen konnte. Und ist es wahr, das ein versteckter Tunnel bis zum Beinhaus inmitten des Waldes führte und ein anderer ins Tal, wo die Schlossherren ihre Besitztümer bzw. Meierei hatten? Doch die Fremdenführerin bringt ihn zurück in die Gegenwart:

Zwischen 1960 und 1990 erlebte das Schloss das Schicksal vieler slowenischer Burgen und Schlösser; es wurde dem Verfall überlassen.

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Schloss Grad

Seit 1995 wird die Renovierung durchgeführt und beim Sammeln von staatlichen und europäischen Mitteln spielte auch die Idee der Zusammenführung von Grenzregionen in ein Naturschutzgebiet und in den Dreiländerpark Goričko-Raab-Őrség eine wichtige Rolle. Seit 2003 haben in den renovierten Räumen der Naturpark Goričko und ein Informationszentrum für die Besucher des Schlosses und des Parks Goričko-Raab-Őrség ihren Sitz gefunden. Das Schloss Grad ist in die Europarc Federation und die Initiative des Grünen Bandes Europas miteingeschlossen. Das Ziel des Grünen Bandes Europas ist die Verbindung von Menschen, die die Natur und Kulturlandschaft sowie das Zusammenleben mit an den Rand ihres Überlebens geratenen Pflanzen- und Tierarten schätzen. Im Erdgeschoss sind Räume für Handwerkstätigkeiten und sonstige Tätigkeiten eingerichtet.

Professor Gradnik ist beunruhigt: »Werkstätte? Also könnte ich im Schloss, sagen wir mal, einen naturwissenschaftlichen Tag organisieren?« Die Fremdenführerin nickt ihm fröhlich zu. Offensichtlich hat Professor Gradnik noch nichts über die geheimnisvollen Energiepunkte gehört.

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Schloss Grad

Das Schloss Grad ist nicht nur ein Erlebnis seiner prächtigen Vergangenheit, sondern auch ein Ort zum Entspannen und Fühlen der höchsten Existenzwerte des Menschen. Die Besucher können das Funktionieren der Natur und ihrer Energien kennenlernen sowie die Bedeutung des Lebens an der Grenze und mit ihr, am Berührungspunkt dreier Nationen, vor allem aber fühlen sie die Gesundheit durch die Körperbewegung. In den Hausgewerbe-Werkstätten (Stellmacherei, Schmiedehandwerk, Töpferhandwerk, Weberei, Kräuterheilkunde, Schnapsbrennerei) lernen die Besucher den traditionellen Gebrauch der Naturquellen kennen und erleben ihre Anwendung in den Händen der Meister. Im Rittersaal sind gelegentliche Ausstellungen, die Vorführung des Films über den Naturpark Goričko und Veranstaltungen zu besonderen Gelegenheiten zu besichtigen. Im Rundsalon finden Besprechungen und Treffen der Fachmänner aus der Heimat und dem Ausland statt. Und in der Unterwelt versteckt das Schloss zahlreiche Keller. In einem kann man in den Weinbergen und Kellern von Goričko angebaute und gepflegte Spitzenweine kosten, in der Rauchküche und dem Verkostungsraum sind auf Vorbestellung heimische Gerichte der touristischen Bauernhöfe von Goričko zu bekommen.

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Schloss Grad

Noch mehr Informationen, aber auch Produkte der Handwerker aus Goričko, kann man im Informationszentrum erhalten. Der schönste und größte renovierte Raum im Obergeschoß des Palas ist auch für Zivilhochzeiten gedacht.

Die Fremdenführerin schaut dem Professor beim letzten Satz tief in die Augen und der murmelt nur: »Und was ist mit den Legenden? Hat das Schloss auch welche Legenden?« Die Fremdenführerin winkt mit dem Kopf, er soll ihr folgen.

Auf dem Schlosshof sprudeln von Menschen als Wärme oder Kribbeln verspürte Energien aus der Erdtiefe hervor. Inmitten des Hofes steht ein mit Stein markierter Brunnen, in dem noch heute eine Krone versteckt sein soll.

Als er durch den im englischen Stil errichteten großen Park spaziert, rauscht es zwischen den großen Bäumen der Tulpenbäume, Platanen, Gleditschien, Rotbuchen, Weißbuchen und Eichen und der Professor scheint unter der Haut ein leichtes Kribbeln zu spüren.

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Schloss Grad

Wahrscheinlich sind es wirklich diese starken Schlossenergien, die aus den Energiepunkten sprudeln. Es ist doch nicht möglich, dass es wegen der gesprächigen Rothaarigen, die ihn durch das Schloss führte, sein soll. Oder doch?

Quellen:

Kovač, K., K. (7. julij 2008). Grad: Med legendo in resničnostjo MMC RTV SLO. Abgerufen am 14. 02. 2014 unter http://www.rtvslo.si/tureavanture/podobe-slovenije/grad-med-legendo-in-resnicnostjo/201121.

Krajinski park GORIČKO. Abgerufen am 14. 02. 2014 unter: http://www.parkgoricko.org/sl/informacije.asp?id_informacija=43&id_jezik=0&id_tip1=4&id_tip2=1&id_tip3=2

Stopar, I. (1991). Grajske stavbe v vzhodni Sloveniji - Med Prekmurjem in porečjem Dravinje. Ljubljana: Založba Park.

Stopar, I. (1991). Gradovi na Slovenskem. Ljubljana: Cankarjeva založba.

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Schloss Grad
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Schloss Grad

Nuskova - Mineralwasserquelle
Im nortöstlichen Teil von Slowenien gibt es viele Mineralwasserquellen. Die Nuskova Mineralwasserquelle befindet sich in der Nähe der Ortschaft Nuskova.

Krypta
Im Weiler Kaniža bei Grad steht die neoklassicistische Gruft der gräflichen Familie Szechy. Diese Gruft kennt man als die Krypta.

Tromejnik
Das pyramidenförmige „Tromejnik“ in der Dreiländerecke Slowenien-Österreich-Ungarn in der Nähe von Trdkova wurde in 1924 aufgestellt.

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Schloss Grad

Mühle Frčkov mlin
An der Adresse Gornji Slaveči 17 befindet sich die Mehretagen-Bausteinmühle aus dem Jahr 1862 mit Rollenmechanismus und einem Mühlstein.

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Schloss Grad


ÖFFNUNGSZEIT
Nov. - März
Mon. - Fr.:
08.00 -16.00
Sam.: 10.00 -14.00
Son.: geschlossen

ÖFFNUNGSZEIT
Mon. - Fr. (Apr.- Okt.)
08.00 -17.00
Sam., Son.:
10.00 -16.00
Feiertage:
10.00 -16.00

 

Gallerie-Museum Lendava
Banffyjev trg 1, 9220 Lendava
T: +386 (0)2 578 92 60
E: info@gml.si
I: www.gml.si

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Schloss Lendava

Schloss Lendava

Professor Feri Gradnik hat das ambitionsreiche Vorhaben, über den Sommer eine Monografie über Schlösser und Burgen zu schreiben, hat aber heute nicht den richtigen Willen dazu. Das Schreiben erweist sich schwieriger als gedacht. Vielleicht fehlt ihm aber auch nur die richtige Inspiration. Eine sommerliche Brise in seinem Kabinett, voll von Büchern, trägt den Geruch von bunten Blumen und noch gut, dass er nicht zu den Romantikern zählt, denkt sich der Professor. Man könnte sonst denken, er wäre wehmütig. Solche Gedanken werden schnell von wissenschaftlichen vertrieben, wie von dem Gedanken, wann und wo das erste Buch in Slowenien gedruckt wurde. Die schlafende Muse der Inspiration rührt sich und der Professor düst mit seinem Cabriolet schon nach Lendava, der zweisprachigen Stadt am Rande von Slowenien.

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Schloss Lendava

Die Angaben über den Bau des Schlosses in Lendava verlieren sich irgendwo in der Dämmerung der Geschichte. Bis jetzt kann man nur bestimmt sagen, dass in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Familie Hahót-Buzád (Hahold, die späteren Bánffy aus Lendava) und innerhalb der Grenzen des historischen Zala-Komitats 19 Festungen standen, darunter das Schloss von Dolnja Lendava. Die älteste entdeckte schriftliche Quelle über Dolnja Lendava ist eine Urkunde aus dem Jahr 1192, die belegt, dass der Ort Lindua Eigentum der Familie Hahold war. Das Schloss von Dolnja Lendava wird erstmals im Jahr 1272 erwähnt. Schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Siedlung zum wirtschaftlichen Zentrum der Familie Hahót-Buzád bzw. der Bánffy aus Dolnja Lendava. Im 13. Jahrhundert musste István Hahót I. das Schloss ganz wieder aufbauen, da es durch Tatarmärsche und Angriffe des tschechischen Königs Ottokars II. stark beschädigt wurde.

Vom 13. bis zum 17. Jahrhundert gehörte die Familie zu den angesehensten ungarischen Adelsfamilien, die die höchsten Positionen in der ungarischen Königshierarchie belegte.

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Schloss Lendava

Die Mitglieder der Familie wurden mehrmals auf die Positionen der Banen von Slawonien und Kroatien genannt, die größte Ehre wurde jedoch dem Baron János Bánffy VI. erwiesen, als er von 1530 bis 1534 Palatin bzw. Vizekönig von Ungarn war. Der Teil der Familie Bánffy aus Dolnja Lendava gilt als die wichtigste mittelalterliche Familie des historischen Zala-Komitats. Der Name Bánffy stammt aus der ungarischen Phrase „bán fia“, was übersetzt „der Sohn/Nachkomme eines Bans“ lautet. Es ist selbstverständlich, dass die Entwicklung des mittelalterlichen Dolnja Lendava im engen Zusammenhang mit der Familie Bánffy steht. Der ungarische König Ludvik I. hat schon im Jahr 1366 Dolnja Lendava das Recht erteilt, Staatsmessen zu veranstalten. Seit 1378 wird Dolnja Lendava als opidum (Markt) erwähnt, seit 1389 als civitas (Stadt).

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Schloss Lendava

Dolnja Lendava blieb ein wichtiger Punkt in der Region auch im 15. Jahrhundert. Das belegt auch die Münzschmiede auf dem Schloss zwischen 1441 und 1459. Die Bánffy aus Dolnja Lendava war enge Vertraute von Matija Korvin, besser bekannt als König Matjaž. Graf Miklós Bánffy, der laut Hofhistoriker Antonio Bonfini wie ein Bruder für König Matjaž war, leitete die königliche Delegation nach Napoli zu Gesprächen und einem Abkommen über die königliche Hochzeit mit der Prinzessin Beatrice. Nach der Ankunft in Ungarn übernachtete die königliche Auserwählte auch im Schloss in Dolnja Lendava in Begleitung der Erzsébet Szilágyi, der Mutter von Matija Korvin. Einige Jahre danach, am 28. August 1480, war der König selber in der Stadt und in der Festung.

Zur Zeiten der Reformation war die Familie Bánffy in den protestantischen Glauben übergetreten. Die Konvertierung in die neue Glaubensgemeinschaft hatte weitreichende kulturelle und geschichtliche Folgen für Dolnja Lendava.

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Schloss Lendava

Die Familie Bánffy hatte im Jahr 1573 auf ihren Hof den Drucker Rudolf Hoffhalter zu Gast. Dieser veröffentlichte hier u.a. drei Bücher des protestantischen Predigers und Lehrers György Kultsár, die in ungarischer Sprache geschrieben waren. Die Bücher von Kultsár zählen zu den ersten gedruckten auf slowenischen Boden und des historischen Zala-Komitats.

Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts stellte die Anwesenheit der Türken im Westen Ungarns eine immerwährende Gefahr für das Schloss und seine Umgebung dar. Nach bisher bekannten Angaben gab es die wichtigste Schlacht im Jahr 1603, als 800 Söldner und 500 Einheimische ihr Leben, ihr ganzes Hab und Gut, ihr Land und somit Europa gegen einen angsteinflößenden Gegner verteidigt haben. Es ist von großer Bedeutung, dass das Schloss in Dolnja Lendava von den Türken nicht eingenommen wurde.

Die Zukunft und die Entwicklung der Stadt wurden vom Ende der Familie Bánffy aus Dolnja Lendava im Jahr 1645 stark geprägt.

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Schloss Lendava

Die Herrschaft in Dolnja Lendava, zusammen mit dem Schloss erbte nach der weiblichen Linie die Familie Nádasdy, die sie aber aufgrund politischer Meinungsverschiedenheiten mit den Habsburgern bereits 1671 verlor. 1690 wurde das Land Eigentum von Pál Esterházy, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Schloss in Form des Buchstaben L umgebaut hat, um dem Kaiser Leopold seinen Dank zu zeigen. Den schwungvollen und funktionstüchtigen Wall samt Türmen hat man im jugoslawischen kommunistischen Zeitalter 1947 nieder gerissen.

Quellen belegen, dass bereits im 16. Jahrhundert in Dolnja Lendava eine Schule tätig war. Die Schule hatte ihre Räumlichkeiten im Schloss von Lendava von 1872 bis 1896, als die Stadtschule errichtet wurde.

In den Schlossräumen wird in Vitrinen mit interaktiven Medien die große Geschichte des Schlosses dargestellt, außerdem die geistliche und militärische Geschichte der breiteren Umgebung. Die Geschichte müsste immerhin die beste Lehrmeisterin sein, murmelt er, als er der Erklärung des gelehrten Kustos zuhört:

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Schloss Lendava

Zwischen den beiden Weltkriegen wurden die Räumlichkeiten von Soldaten der jugoslawischen Monarchie genutzt, nach dem 2. Weltkrieg gab es hier wieder eine Grundschule bis zum Jahr 1968.

Im Jahr 1947 zerstörten die kommunistischen Behörden den gesamten Wall des Schlosses, womit auch unsachgemäß in die Statik des Zentralgebäudes eingegriffen wurde, die Ziegel wurden als Baumaterial für im Feuer zerstörte Häuser in Dobrovnik verwendet. In diesem Jahr ordnete die atheistische Regierung auch die Bebauung einer Freske der Schwarzen Muttergottes auf dem Turm des Schlosses. Die Freske wartet immer noch darauf, dass man sie wieder enthüllt.

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Schloss Lendava

In Lendava sind Slowenisch und Ungarisch beide Amtssprachen. Das Miteinander der beiden Nachbarkulturen verlieh diesem Gebiet einen Hauch von Weltbürgertum, das sich in verschiedenen Werken von Künstlern wiederspiegelt, wie auch in gewagten Ideen von lokalen Unternehmern oder in den beherzten Fußballfans. Der Professor konnte nur mit Mühe die Muse der Inspiration von Bildern und Skulpturen, die im Schloss ausgestellt sind, wegreißen. Seit 1973 wirkt im Schloss das Amt Galerie-Museum Lendava. Zu sehen sind historische, etnologische, kunsthistorische und künstlerische Werke auf insgesamt 1000 m2 Fläche. Am Ende des Tages sagt sie ihm hochnäsig, noch immer beleidigt, weil sie nicht alles gut besichtigen konnte: „Gute Nacht, Feri Franc.“

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Schloss Lendava

Quellen:

Stopar, I. (1991). Grajske stavbe v vzhodni Sloveniji - Med Prekmurjem in porečjem Dravinje. Ljubljana: Založba Park.

Stopar, I. (1991). Gradovi na Slovenskem. Ljubljana: Cankarjeva založba.

Dr. Lendvai Kepe Zoltan, Hoher Kustos des Amtes Galerie-Museum Lendava

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Schloss Lendava
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Schloss Lendava

Die Synagoge Lendava ist eins der wichtigsten architektonischen Denkmäle der jüdischen Gemeinschaft aus Lendava. 

Kapelle der Heiligen Dreifalltigkeit mit der Mumie von Hadik Mihael
In dieser Kapelle befindet sich die Naturbalsamierte Leiche des Heerführers Mihael Hadik.

Lendavske gorice sind die malerischen Weinberge zwischen den Kobilje, Krka und Ledava Bächen, die sich auf der 9 km langen und 489 ha großen Fläche zwischen Dolga vas und Pince erstrecken.

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Schloss Lendava

Evangelische Kirche
Die ersten Spuren der Reformation in Lendava gehen schon weit in die Vergangenheit zurück, als Štefan Bánffy, der Besitzer des Schlosses und der Gelände in Lendava war ein großer Unterstützer der Reformation und nahm auch selber die neue Religion an.
 
Museum des Bürgertums, der Druckerei und Regenschirmfertigung
Seit 2007 ist im alten bürgerlichen Haus aus dem 20. Jahrhundert das Museum des Bürgertums, der Druckerei und Regenschirmfertigung zu Schau gestellt.

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Schloss Lendava

 

Für Besucher geschlossen.

Die Ljutomer Gemeinde
Vrazova 1, 9240 Ljutomer
T: +386 (0)2 584 90 44
E: obcina.ljutomer@ljutomer.si

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Schloss Ljutomer

Schloss Ljutomer

Der Juli verabschiedet sich langsam und der August steht vor der Tür. Professor Feri Gradnik erinnert sich jeden Samstagmorgen daran, dass die Zeit nicht seine Verbündete ist. Um die Monografie zu vollenden, muss er bis zum Sommerende hart und diszipliniert arbeiten. Das schlechte Gewissen flüstert ihm ins Ohr, hätte er bloß früher begonnen. „Früher, früher, immer könnte alles früher gewesen sein, es ist immer so, wenn’s knapp wird,“ ärgert sich der Professor. Sein schlechtes Gewissen, das die eigenen Frechheit genießt, wird noch lauter: „Früher, prle, prle, prle …“ Der Professor wird beim Wort prle aufmerksam, denn es bedeutet so viel wie „früher“. „Seit wann beherrschst du den Dialekt aus Prlekija?“ Es ist schon so, dass in Prlekija einige Ereignisse früher stattfanden als anderswo: in Prlekija entstanden u.a. die ersten Filmaufnahmen in Slowenien, dort gab es die ersten Pferderennen, dort wurde das erste slowenische Selbstbedienungsgeschäft eröffnet usw.

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Schloss Ljutomer

Und in meiner Monografie findet auch das Herz Prlekijas seinen Platz, die Stadt Ljutomer oder Lotmerk, wie es von den Bewohnern genennt wird.

Das Schloss auf dem Hügel über dem Dorf Podgradje in der Nähe von Ljutomer war angeblich in zwei Geschoßen gebaut und bestand aus zwei Wohnungsflügeln. An den Kern lehnte sich ein Turm. Vischer hat das Schloss im Jahr 1681 als eine Wohnanlage mit einem geschlossenen Innenhof abgebildet. Nach Kämpfen mit Ungarn um das Jahr 1200 wurde das Tal Mursko polje fast ganz leer geräumt und eine neue Ansiedlung konnte beginnen. Zur wichtigsten Siedlung wurde Ljutomer, das sich an der Kreuzung antiker Tradition befand und über eine gute Verkehrslage verfügte. Erstmals wird Ljutomer als Lutenwerde im Jahr 1211 erwähnt, schon 1147 findet man aber den deutschen Namen.

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Schloss Ljutomer

Aus dem Jahr 1242 findet man Aufzeichnungen über einen Besitz mit 264 Bauernhöfen, das Schloss wird als Luetenberch 1249 erwähnt. Aus derselben Zeit stammt auch der Name des Ritters Chunradus de Lvtenwerde aus Hannau bei Voitsberg. Das Schloss soll von den Salzburger Erzbischöfen als Abwehranlage vor den Ungarn errichtet worden sein. Verwaltet wurde es von den Rittern in Ljutomer. 1246 fiel Friderik in Kämpfen mit Ungarn, seine Familie der Babenberger starb aus und Ljutomer wurde vom tschechischen König Ottokar II. Přemysl übernommen. In den Jahren 1267 und 1277 wurde es von Habsburgern übernommen, obwohl es weiter von Burggrafen verwaltet wurde. Im Jahr 1360 wurde es von den Habsburgern gemeinsam mit der Herrschaft Hansu von Lasberg verpfändet. Die Herren Lasberger hatten es bis 1425 im Besitz, als es an den Ritter Hans Schweinbeck als Lehen übergeben wurde.

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Schloss Ljutomer

Somit dankten die österreichischen Herzöge, die Brüder Ernest und Friderik dem Hofmarschall für seine Treue. Das Haus Schweinbeck hatte es bis 1498 im Besitz, inzwischen wurde das Schloss wieder kaiserlich. Im selben Jahr wurde es vom Kaiser an Jernej Perneški verliehen, später landete es aber wieder im Besitz der Nachkommen von Schweinbeck und von kaiserlichen Wirtschaftern verwaltet. 1542 hatte die Herrschaft 196 Untertanen und Marktbewohner im Besitz. Das Land wurde danach geteilt und war Anfang des 17. Jahrhunderts Eigentum vom kroatischen Adeligen Peter Draškovič aus Trakoščan. Von 1686 bis 1719 war es Eigentum von den Baronen Mauerburg, die es aber verlassen haben, wonach sich das Schloss im 18. Jahrhundert in eine Ruine verwandelte. Das Schloss war bereits 9 Jahre lang eingestürzt gewesen, als am 9. August 1868 in Ljutomer das erste slowenische Lager, eine politische Volksversammlung mit 7000 Teilnehmern, stattfand.

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Schloss Ljutomer

Die Volksversammlungen wurden von den sog. Jungslowenen organisiert, die um das Blatt Slovenski narod (Slowenisches Volk) versammelt waren und ihre Verbundenheit der slowenischen Einheit äußern wollten und außerdem eine Gleichsetzung der slowenischen Sprache mit der damals offiziellen deutschen Sprache verlangten. An der Stelle der Ruinen wurden diese entfernt und ein Herrenhaus errichtet. Das eingemeißelte Jahr 1860 belegt das Jahr der Errichtung. In der Anlage wohnte um das Jahr 1900 die Gräfin Lucia de Codroipo, vor dem 2. Weltkrieg war es Eigentum der Familie Varda.

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Schloss Ljutomer

Heute leben im ehemaligen Schlossgebäude ganz ordinäre Menschen, deshalb kann der Professor nicht hinein gucken oder die Ruinen durchforsten, also macht er sich auf den Weg zum Hippodrom, einer Pferderennbahn. Seit dem 18. Jahrhundert ist die Pferdezucht ein wichtiger Wirtschaftszweig. In Ljutomer befindet sich die älteste Pferdeskulptur in Slowenien. Das abgebildete Pferd mit einem Horn ist die Hauptfigur im Wappen der Stadt Ljutomer aus dem 15. Jahrhundert (ein silbernes Schutzschild, auf dem sich ein rennendes Pferd mit einem Horn befindet). Der Professor beendet seinen Tag mit einem Glas des Weins Ljutomerčan, dass ihm von der hübschen einheimischen Kellnerin als špricar serviert wird, also einer Mischung aus Wein und Mineralwasser, welches unter der Erde in diesem Gebiet sprudelt.

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Schloss Ljutomer

Quellen:

Gradovi v Sloveniji. Abgerufen am 17. 02. 2014 unter http://www.slosi.info/01gradovi/02podrobnejse/pomurje/l-5/ljutomer.php

Pataky, N. (23. Oktober 2012). Ljutomer – prestolnica Prlekije Dnevnik. Abgerufen am 17. 02. 2014 unter http://www.dnevnik.si/magazin/prosti-cas/1042469143

Stopar, I. (1991). Grajske stavbe v vzhodni Sloveniji - Med Prekmurjem in porečjem Dravinje. Ljubljana: Založba Park.

Stopar, I. (1991). Gradovi na Slovenskem. Ljubljana: Cankarjeva založba.

Taborsko gibanje na Slovenskem. Ljubljana, Ljutomer, 1981. Abgerufen am 17. 02. 2014 unter http://sl.wikipedia.org/wiki/Taborsko_gibanje

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Schloss Ljutomer
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Schloss Ljutomer
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Schloss Ljutomer

Naturpark Ljutomerski ribniki – Jeruzalemske gorice
Durch den bekanntesten Teil der Weinbauregion Prlekija krümmt sich die touristische Weinstraße von Jeruzalem, die Sie bestimmt begeistern wird.

Das Bauernmuseum Pristava erzählt die Geschichte von Pristava und sechs Generationen der Pavličič Familie durch die mit zahlreichen Musealien ausgestattete Bauernküche, das Bauernzimmer und die Scheune.

Stadt Ljutomer mit Marktplätzen - Miklošičev trg, Stari trg und Glavni trg mit dem Rathaus und dem Museum Ljutomer oder »LOTMERK«, wie die Ortschaft im Jahr 1242 genannt wurde, ist in 1265 ein Marktplatz geworden. Die Stadt ist nach dem 1. slowenischen Lager (1868), dem 1. slowenischen Trabrennen (1874), der 1. slowenischen Filmaufzeichnung von Dr. Karol Grossmann (1905), dem 1. Selbstbedienungsladen in Exjugoslawien und ausgezeichneten Weinen bekannt.

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Schloss Ljutomer

Töpferei Žuman Ljutomer
Die Tradition der Töpferware-Anfertigung in der Žuman Familie wurde schon auf die fünfte Generation übertragen.

Park des 1. slowenischen Lagers
Der Stadtpark in Ljutomer entstand als Überrest der ehemaligen umfangreichen Eiche- und Weißbuchewäldern beim Ščavnica Fluss. Hier wickelte sich der 1. slowenische Lager ab, mit dem die Bewegung für die Vereinigung aller Slowenen angefangen hat.

Das Museum der Traber aus Ljutomer und die Pferderennbahn
Das Trabwettrennenverein aus Ljutomer wurde in 1875 gegründet und war das zweite solche Verein in Europa. Auch heute noch werden in Ljutomer zahlreiche wichtige Trabrennen organisiert.

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Schloss Ljutomer

 

Das Schloss ist eine Ruine.

Die Moravske Toplice Gemeinde
Kranjčeva ulica 3, 9226 Moravske Toplice
T: +386 (0)2 538 15 00
E: obcina@moravske-toplice.si
I: www.moravske-toplice.si

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Schloss Matzenau Prosenjakovci

Schloss Matzenau Prosenjakovci

Regen nach langer Zeit. Es ist mehr ein Sommernieseln, um genau zu sein, aber es nieselt gerade so viel, dass Professor Feri Gradnik das Dach seines Cabriolets nicht runter fahren kann und die Schlösser besuchen kann. Er fühlt sich irgendwie wehmütig. „Alles ist vergänglich,“ seufzt er. „Auch Schlösser sind nicht von ewiger Dauer.“ Dabei denkt er an das zweisprachige Dorf Prosenjakovci/Pártosfalva an der ungarisch-slowenischen Grenze. Dort befindet sich das traurige Schloss Matzenau mit seinem Park und dieses kulturarchitektonische Juwel wartet auf seinen Retter, der es aus seinem langen Schlaf entreißt. In diesem Schloss wurde nach dem 1. Weltkrieg auch das Abkommen über die Grenzlinie zwischen Ungarn und Prekmurje unterzeichnet.

Das einstöckige Gebäude wurde 1876 ins Grundbuch eingetragen, Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es wahrscheinlich gebaut. Es ist prachtvoll im neoklassizistischen Stilgebaut und diente als Sommer- und Jagdresidenz.

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Schloss Matzenau Prosenjakovci

Die Errichtung erfolgte wahrscheinlich mit Hilfe von italienischen Baumeistern, worauf venezianische Symbole, Löwen, inmitten der Säulen hinweisen. Neoklassizistische Elemente, die antiken Formen neues Leben einfließen, sind gut an der Frontseite vor dem Eingang und Halbsäulen in ionischen Stil neben den Fenstern zu sehen. Das nachbearbeitete Stil des Neoklassizismus stören ein wenig nur das Balkongeländer und die Stützpfeiler, beide aus Blech, die dem Stil nach ins neue Zeitalter gehören, obwohl es keine Beweise gibt, dass es sich um Bauelemente handelt, die später dazu gebaut wurden. Über dem Haupteingang, genauer über den Balkonfenstern und der Balkontür, befinden sich in der Mitte zwei gut erhaltene Wappen, vor dem Eingang noch drei viereckige, gewölbte Pfeiler.

Die ersten Aufzeichnungen über das Schloss reichen bis ins Jahr 1866 zurück, deshalb kann man nur schwer sagen, wann bzw. von wem es errichtet wurde.

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Schloss Matzenau Prosenjakovci

Von 1866 bis 1900 wechselte das Schloss sieben Eigentümer (Olga Wrede, Jožef Wrede, Vilmos Boschan und seine Frau, Jožef Lenner, die Bank Budapesti bankegyület, Henrik, Vilmos und Gyula Pick, Ferenc Egger, Dénes Craigher), letztendlich wurde es von Carl von Matzenau, einem tschechischen Deutschen erworben, der 1900 mit seiner Familie aufgrund seiner erkrankten Frau auf ärztlichen Rat aus dem tschechischen Mikulov nach Prosenjakovci zog und hier bis zu seinem Tod lebte

In der Vergangenheit war das Schloss von einem wunderschön eingerichteten Park mit großen Bäumen, einer Fontäne und Sitzbänken umgeben. Das ganze Gelände war 150 Hektar groß. Der Park ist seit 1945 samt dem Schloss völlig vernachlässigt gewesen und ist heute verwachsen. Heute gibt es im Park Bäume, die in Goričko weit verbreitet sind, es gibt auch einige, die in diesem Orten ganz rar sind.

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Schloss Matzenau Prosenjakovci

Im Rahmen eines Lernwegs durch den Wald wurden im Park Informationstafeln aufgestellt, die Grundinformationen und Bildmaterial über folgende Bäume beinhalten: Buche, Weißbuche, Vogel-Kirsche, Rosskastanie, Kiefer, Efeu, Stieleiche, Fichte, Platane und Echte Kastanie.

„Wer ist jemand, der aus der großen Welt in ein kleines Dorf am Rand des Landes umzieht und hier ganz glücklich lebt?“ tastet Professor Gradnik nach mehr Informationen.

Carl von Matzenau zog aus Tschechien nach Prosenjakovci mit seiner Familie. Der Grund für seinen Umzug in dieses Dorf an der slowenisch-ungarischen Grenze war die Krankheit seiner Gattin. Dem Rang nach war er ein Oberst, er war auch Sonderabgeordneter, Botschafter und österreichischer Konsul im Vatikan, Peru, Liberia und Russland. Er veröffentlichte zwei Bücher über Nicaragua und Bolivien. Für seine Arbeit erhielt er den Adelstitel. Er war ein außergewöhnlicher Mensch und blieb in den Erinnerungen der Menschen wegen seiner adeligen Haltung oder seiner diplomatischen und Kriegsgeschichten, die er den Einheimischen oft erzählte.

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Schloss Matzenau Prosenjakovci

Das Schloss war eine Ansammlung von Waffen, alten Möbeln, Jagdtrophäen, ausgestopften Tieren, Bildern, orientalischen Gegenständen … Er soll auch seine wertvolle Sammlung von Briefmarken verkauft haben und den Erwerb für den Kauf des Schlosses hingeblättert haben. Nachdem das Ehepaar verstorben ist und die Erben sich um das Vermögen stritten, besetzte die russische Armee das Schloss im Frühjahr 1945. Die Soldaten beschädigten das Schloss zum Großteil und verwüsteten das Innere. Danach war das Schloss einige Zeit nicht bewohnt, im Jahr 1985 war es bereits zur Hälfte eingestürzt.

Quellen:

Kuzmič, F. (1. August 1985): Ruševina v Prosenjakovcih. Vestnik.

Kuzmič, F. (2007): Učna pot »Graščina Matzenau«. Murska Sobota.: Pokrajinski muzej Murska Sobota (Regionales Musem in Murska Sobota).

Stopar, I. (1991). Grajske stavbe v vzhodni Sloveniji - Med Prekmurjem in porečjem Dravinje. Ljubljana: Založba Park.

Stopar, I. (1991). Gradovi na Slovenskem. Ljubljana: Cankarjeva založba.

Štefanec, F. (7. Mai 1998): Gradovi na slovenskem severovzhodu. Vestnik.

Zavod za gozdove Slovenije (Forstamt der Republik Slowenien), OE M. Sobota, Archiv TIC Moravske Toplice.

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Schloss Matzenau Prosenjakovci
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Schloss Matzenau Prosenjakovci
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Schloss Matzenau Prosenjakovci

Der Park bei Schloss Matzenau in Prosenjakovci versteckt die Ruine des neoklassicistischen Schlosses vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

Das Thermalwasser in Moravske Toplice helit und erfrischt den Körper. Die erlesenen Wellnessprogramme sind wie ein Balsam für die Seele.

Christi-Himmelfahrtskirche, Bogojina – Plečnik-Kirche
Die Kirche in Bogojia (1924–1927) ist das Werk des bekannten slowenischen Architekten Jože Plečnik und ist eine der modernsten Kirchen in Europa, die mit ihrer spitzenmäßigen Architektur und Finessen das Alte und Neue verbindet.

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Schloss Matzenau Prosenjakovci

Museum im Freien, Töpfer-Dorf, Filovci
Hier können Sie sich die folgenden Kulturdänkmäler anschauen: die autochtonen pannonischen Strohbedeckten Häuser (cimprače), das Lončar Haus und das kulinarische Haus.

Honigwein-Gewerbe, Ratkovci
Probieren Sie die echten Lebkuchen des Übermurgebiets, lernen Sie über die Kunst ihrer Herstellung und lassen Sie sich von ihrer weichen Struktur verführen.

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Schloss Matzenau Prosenjakovci
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Die Bastion in Vasvár

Die Bastion in Vasvár

Professor Feri Gradnik hat gerade sein Auto gewaschen. Das frischgewaschene rote Cabrio glänzt im Hof und der Professor setzt sich auf die eiserne Bank vor dem Haus und atmet tief ein. Das würde er nie laut zugeben, doch ein Blick auf den polierten Eisenhaufen bringt jedem Man eine gewisse Zufriedenheit. Der Großvater des Professors war Schmied und die Bank, auf der er gerade gesessen hat, war ein Einzugsgeschenk seines Großvaters. Der Professor, der nicht an Zufälle glaubt, wusste jetzt genau, zu welchem Schloss sein Flitzer ihm heute nach dem Mittagessen hinbringen wird.

Vasvár gehört zur der Vasvár Unterregion in Vas megye; die Österreicher nennen die Stadt Eisenburg, die Slowenen Železnograd und lateinisch heißt es Castrum Ferrum. Vasvár ist eine ungarische Stadt, die ihren Besuchern kulturelle und natürliche Sehenswürdigkeiten anbietet.

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Die Bastion in Vasvár

Sie entstand auf der Grundlage des ehemaligen römischen Castrums, das wahrscheinlich für Abwehrzwecke gebaut wurde. Die Stadt bekam ihren Namen nach den kleinen Schmelzhütten um den Dorf herum (»Vas« bedeutet auf ungarisch Eisen) und nach dem Schloss aus der Arpad Ära. Über Vasvár wurde zum ersten Mal im frühen 12. Jahrhundert geschrieben und in diesen ersten Dokumenten steht es schwarz auf weiß, dass die Stadt schon im 9. Jahrhundert existiert hat. König Béla IV hat in 1241 die ersten Dominikaner nach Vasvár eingeladen (der Orden verließ die Stadt in 1557 und ist in 1684 zurückgekehrt). Obwohl die Stadt schon einen Schloss hatte, erlangte sie ihre Stadtrechte erst in 1279. Die katholische Kirche wurde im 13. Jahrhundert gebaut und im 15. Jahrhundert im gotischen- und Barockstile renoviert. Vasvár war bis 1578 der Bezirkssitz, später wurde der Sitz wegen der türkischen Drohungen nach Szombathely verlegt. Die Stadt war eine Zeitlang auch der Sitz der Diözese.

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Die Bastion in Vasvár

Seit ihrer Gründung in 1578, war Vasvár der Sitz von Vas megye (der Eisernen Pfarre) und eins der wichtigsten Zentren der westlichen Überdonauregion. Die türkische Invasion hat die Stadt völlig zerstört, erst im 18. Jahrhundert hat sich die Rolle der Stadt wieder gestärkt. Im 19. Jahrhundert war Vasvár eine der wichtigsten Städte in der Grafschaft, sie hatte sogar ihre eigene Synagoge (1878) und erlangte ihren Stadtstatus in 1986 zurück.

Der Professor hat auf seine Haustür ein eisernes Netz befestigt um den Nichteingeladenen den Eingang zu verhindern. Die Stadt Vasvár wurde aus den selben Gründen mit einer Schutzmauer umgeben.

Die Bastion in Vasvár ist ein Teil des ehemaligen 8 Kilometer langen Grenzen-Abwehrsystems, das in Grabenberg, westlich vom Kisköves Berg anfing. Auf einigen Stellen ist die Mauer mehrere Meter hoch und ist bis zur Grenze bei Hegyhátszentpéter zu sehen. Die Verkehrsader (»strata Ungarorum« bzw. »Der Weg der Ungarn«) stammte höchstwahrscheinlich aus den römischen Zeiten, doch sie wurde erst von den Ungarn intensive genutzt; Laut Beweisstücken benutzten die Ungarn diesen Weg für ihre Ausfluge nach Italien.

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Die Bastion in Vasvár

Nach den Eroberungen benötigte auch diese Verkehrsader Schutz und Verteidigung. Die besterhaltene Mauer, die als Bastion diente, hatte einen wichtigen Platz in der Geschichte von Vasvár angenommen. Die eiserne Tür, die als Rekonstruktion aus dem 10. und 11. Jahrhundert am Rande der Stadt steht, ist ein Bestandteil des Waldlehrpfads und des Erholungsplatzes. Dieser Weg soll bis zum Jahr 1956 verwendet werden. Das rekonstruierte Teil, das auch als die eiserne Tür bekannt ist, dient als ein interessantes architektonisches Denkmal. Von hier kann man sogar Teile des Handelswegs, des Militärpfads und des Waldlehrpfads sehen. Das größte Teil des Schutzsystems wurde nach der Schlacht bei Augsburg gebaut und umfasste das westliche Überdonaugebiet, die Überschwemmungsgebiete bei Fertő, Rábca und Rába und die Sumpfgebiete von Zala und Kis-balaton.

Wenn es keine Kriege gegeben hätte, wären auch keine Friedensabkommen abgeschlossen, denkt sich der Professor, wenn er bei der eisernen Tür sein Sandwich mit Käse und Gurken auspackt. In dem Fall hätte keiner von vom Warschauer Pakt gehört.

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Die Bastion in Vasvár

Der Warschauer Pakt wurde nach der Schlacht bei Sankt Gotthard in 1664 zwischen der Habsburger Monarchie und dem türkischen Kaiserreich abgeschlossen. Die Habsburger Armee konnte nur mit großen Schwierigkeiten und mit Hilfe der deutschen, französischen, ungarischen und kroatischen Soldaten die Armee des großen Wesirs besiegen (1. 8. 1664). Doch die Habsburger unter Kaiser Leopold I wussten diesen Sieg nicht zu ihren Gunsten nutzen und haben so nur neun Tage später in Vasvár ein Friedensabkommen abgeschlossen und damit den Türken die eroberten ungarischen Territorien übergeben. Diese Zug und die vorherige Belagerungen, sowie auch der Einsturz der Novi Zrin Festung führten zur großen Unzufriedenheit der ungarischen und kroatischen Adler und waren auch der Auslöser ihrer späteren Verschwörung gegen den hasenfüßigen Kaiser.

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Die Bastion in Vasvár

Nachdem Professor Gradnik seine Nachdenken über den Krieg beendet hat, wünschte er sich seinen Geist ins Gleichgewicht zu bringen, deshalb besichtigte er einen der ungarischen Dominikanerkloster und das vor kurzem renovierte Drachenturm Museum; er wusste nämlich, dass hier die Kunststücke des ungarischen Bildhauers Richárd Török ausgestellt sind.

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Die Bastion in Vasvár

Quelle:

Peace of Vasvar. Abgerufen am 22. 2. 2015 unter http://en.wikipedia.org/wiki/Peace_of_Vasv%C3%A1r

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Die Bastion in Vasvár
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Die Bastion in Vasvár
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Die Bastion in Vasvár

Das Friedenshaus (Békeház) war eins der repräsentativsten Gebäuden der Stadt Vasvár und wird zugleich als ein wichtiges kulturelles und historisches Denkmal betrachtet. Das Gebäude kann durch das ganze Jahr ohne Eintrittsgeld besichtigt werden.

Botsee, Schlangenkönig (Csónakázó-tó, Kigyókirály)
Der Bootsee befindet sich in der Nähe des prähistorischen Buchenwaldes in Szentkút und wird vor allem von Anglern und Spaziergängern genossen; es bietet seinen Besuchern angenehme Entspannungsmöglichkeiten. Hier steht auch der Schlangenkönig, die Skulptur des naiven Bildhauers Imre Szántó. Laut mythologischer Erzählungen kommt der Schlangenkönig jeden Silvesterabend genau um Mitternacht an die Seeoberfläche und bringt die Schlüssel des eisernen Schlosses mit, das im bodenlosen Sees eingetaucht ist (Fenektelen tó). Derjenige, dem es gelingt die Schlüssel dem Schlangenkönig wegzunehmen, wird das Schloss von dem Fluch befreien.

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Die Bastion in Vasvár

Aussichtsturm (Kilátó)
Einst war dies ein Befreiungsdenkmal, das später mit Hilfe der Stadteinwohner-Beiträge in ein Aussichtsturm umgestaltet wurde. Von der Spitze des Turmes kann man das ausgezeichnete Panorama bewundern; im schönen Wetter kann man von diesem Aussichtspunkt sogar die Alpen und den Raba Fluss sehen. 

Szentkút Kft. (Der Heilige Brunnen GmbH) und die Selbstverwaltung von Vasvár empfehlen die Besichtigung ihrer Schwimmbecken in Vasvár.

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Die Bastion in Vasvár
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Das Batthyány Schloss in Körmend

Das Batthyány Schloss in Körmend

Professor Feri Gradnik entfernt seine Brille mit dem großen dunklen Rahmen, rubbelt seine Augen und atmet tief ein. Durch das offene Fenster spürt er den süßen Duft der Kletterrosen auf der Fassade. Er war die halbe Nacht wach und arbeitete an seinem Buch. Dieser Samstagvormittag kommt jetzt wie gerufen; das ist der perfekte Tag für die Besichtigung eines Schlosses. Es ist nun klar, dass der Professor nur noch auf einen Zeichen und Hinweis darauf wartet, welches Schloss er sich diesmal aussuchen soll. Im Sumpf gegenüber der Straße bewegt sich gerade etwas. Es könnten Reiher oder Storche sein, oder sogar das Sumpfmädchen, das sich hier die Haare waschen möchte. Es kann aber auch sein, dass er schlecht sieht und einfach nur eine neue Brille braucht. In diesem Moment wird im klar welches Schloss seine nächste Destination sein wird.

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Das Batthyány Schloss in Körmend

Körmend liegt in der Mitte von Vas megye nicht weit vom Zusammenfluss der Flüsse Raba und Pinka. Dank guter Straßenverbindungen und die Möglichkeit der Überquerung des Raba Flusses war die Umgebung der Stadt schon seit den römischen Zeiten von großer Bedeutung. Nach der Besiedlung dieser Ortschaft wurde Körmend der bedeutendste besiedelter Ort in Vas megye neben Vasvár. Die erste mittelalterliche Siedlung auf diesem Gebiet entstand dank der Möglichkeit der Überquerung des Flusses in der Richtung vom norden zum Süden am Hang des Hügels auf dem linken Ufer des Raba Flusses. In einer Urkunde aus dem Jahre1238 war die Villa Curmend terra regis bzw. das Dorf Körmend, das zu der Zeit noch ein Teil des damaligen Königreichs war, das erste mal erwähnt. In 1244 nach der Tatarenwanderung hat König Béla IV der Siedlung stadtliche Privilegien erteilt.

Der Batthyány Name ist schon seit fast 400 Jahren fest mit der Geschichte der Stadt Körmend verbunden. Das Schloss ist im Laufe der Jahrhunderte zu einem geworden und wurde im klassischen Barockstil renoviert.

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Das Batthyány Schloss in Körmend

Die Daten über das Gebäude im nordöstlichen Teil der Stadt, das als Vorgänger des heutigen Schlosses betrachtet wird, gehen ins Jahr 1459 zurück. In den vorhandenen Urkunden wurde es »Castellum«, d.h. Palast genannt. Die mittelalterliche Bedeutung dieses Wortes ist Adelskurie. Dieses Gebäude wurde als ein Schloss umgeben mit einem Wassergraben und hohen Wänden gebaut. Laut Vermutungen soll es die Szécsényi Familie, die damals der Stadt Körmend regiert hat, gebaut haben. Der Bauplan ist unbekannt, aus dem Mittelalter haben wir nämlich keine Beschreibungen oder Umrisse gefunden. Die Stadt und der Renaiscanseschloss haben im 15. und 16. Jahrhundert oft ihren Besitzer gewechselt. Beide waren schon im Besitz von Bertold Ellerbach, später Tamás Bakócz, und danach im Besitz der Erdődy Familie. Zur Zeit als die Türken diesem Gebiet schon sehr nahe gekommen sind, was der Schloss im Besitz der Batthyány Familie. Die ersten Renovierung kamen im Jahre 1610 vor und die nächsten dann erst im Jahre 1650.

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Das Batthyány Schloss in Körmend

Anhand des ersten erhaltenen Grundrisses der Stadt aus dem Jahr 1667 stand der Schloss auf einer niedrigen Insel im Überschwemmungsgebiet des Raba Flusses und wurde von einem weiten Wassergraben umgeben. Auf der westlichen Seite des Grabens stand vor der Tür ein künstlicher Insel mit einem Zweietagenturm. Der Weg von der Stadt zum Schloss führte durch einen doppelten Wassergraben, durch hölzerne Brücken und dem Außenturm, das zwischen den Graben gebaut wurde. Wahrscheinlich war gerade in diesem Turm die erste Zugbrücke und die zweite dann vor dem Türturm.

Nach der Vertreibung der Türken war das Schloss in Körmend auf einmal nutzlos, deshalb hat das Wiener Kriegsrat am 26. Januar 1702 befohlen den Schloss niederzureißen. Sein Besitzer Ádám Batthány II konnte das Schloss noch rechtzeitig retten.

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Das Batthyány Schloss in Körmend

Der Bau des aristokratischen Barockschlosses war mit dem Kanzler und späteren Pfalzgraf Lajos Batthyány verbunden. Das Gebäude, dass bis zu dem Zeitpunkt eine wichtige Abwehrfunktion hatte, musste jetzt umgestaltet werden, damit es seinem neuen Lebensstil und seiner neuen Funktion entsprachen kann. Anstatt des Wassergrabens wurde das Gebäude jetzt mit einem offenen Park umgeben, dass vom Italiener Donato Felice de Allio, einem wichtigen Vertreter des Österreichischen Barocks in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geplant wurde.

Die Bauarbeiten haben mit der Demolierung des Türturmes und der Verstopfung der Wassergraben begonnen und erst danach wurden die neue Etage und die Hauptfassade auf der südlichen Seite hergerichtet. In der Mitte stand die Haupttür und hinter ihr der neue Hausauasgang, der im nördlichen Trakt weiter ging. Im Innenhof wurde der Arkadenflur abgerissen und an seiner Stelle wurden durch Fenster ausgeleuchtete Gänge aufgebaut. Auf der östlichen Seite wurde die so genannte Sala Terrena aufgebaut, wobei der größte Teil der südlichen Seite vom Hausausgang und der Ziertreppe eingenommen wurde.

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Das Batthyány Schloss in Körmend

Im ersten Stock waren die vertretenden Saale, die mit Öl-Kunstbildern, Möbel, Antiquitäten und Gewähr dekoriert waren. Dann folgten noch die Empfangszimmer und die Aufenthaltsräume.

Vor dem Hauptgebäude befanden sich die Seitengebäude und auf der westlichen Seite stand der Platz für die höfischen Kutschen.

In den Zweietagen-Gebäuden auf der südlichen Seite war die westliche Reithalle. Dieses Gebäude hatte mehrere Funktionen. Im Untergeschoss befand sich das größere Sala Terrena, das mit Bildern reich dekoriert wurde. Über dem größeren Saal stand der kleinere Saal, das für festliche Ereignisse bestimmt wurde. Im zweiten Stock befanden sich das Archiv und die Bibliothek.

Am Ende des 19. Jahrhunderts, zur Zeit von Ödön Batthyány, wurden die Gebäude gelb gestrichen. Nachdem Ödön gestorben ist wurde der Fürstentitel und fideikomis auf den Augenarzt dr. László Batthány, der von eine Grafenfamilien abstammte, übertragen.

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Das Batthyány Schloss in Körmend

In 1945 wurde László II Batthyány - Stratmann gezwungen den Hof in Körmend, der über mehr als 340 Jahre im Besitz seiner Familie war, zu verlassen. Der Hof wurde nämlich von der Russischen Armee besetzt und in eine Kaserne umgestaltet. Der Balkon wurde mit Panzern abgerissen. Als die Russischen Soldaten im Jahre 1957 den Hof verlassen haben, war die Innendekoration immer noch erhalten, doch die Möbel und die Ausstattung waren weg.

In der Aula des Schlosses können die Schlossbesucher auf interaktive Weise über die Geschichte des Schlosses lernen; die Bilder im Treppenhaus erzählen Geschichten über das Leben seiner Bewohner. Die Dauerausstellung über die Batthyány Familie kann in der festlichen Hofhalle angeschaut werden. Seit 2003, wenn dr. László Batthyány -Strattmann heilig gemacht wurde, hat das Museum in Körmend mehrere größere Ausstellungen organisiert, die auf das Leben und die Arbeit der Batthyány Familie gerichtet waren. Die Ausstellung mit dem Titel Generationenerbe stellte Körmend mit seiner Umgebung, die archäologische Funden, die historischen Zünfte und die Kulturdenkmale der Bürger an der Wände des 19. und 20. Jahrhunderts vor.

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Das Batthyány Schloss in Körmend

In der Vorhalle der Batthyány Kapelle waren auch die Resultate der archäologischen Umfragen oder Gebäudepläne ausgestellt und in der Kapelle sind sogar vorläufige Ausstellungen organisiert worden.

Professor Gradnik hat unter der Baumkrone der historischen Platane seine Aufzeichnungen über das Gesehene und Erlebte sortiert und sich dabei äußerst amüsiert. Die Bäume in den alten Parken waren nämlich ausgezeichnete Geschichtenerzähler.

Der Schlossgarten in Körmend wurde zum ersten Mal in Jahre 1620 erwähnt. Die Batthyány Familie hat es zwischen den Jahren 1720 und 1799 vergrößert und in ein französisches Park der Vas megye Pfarre umgestaltet. In den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts wurden hier exotische Baum- und Buscharten gepflanzt. 

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Das Batthyány Schloss in Körmend

Heute hat das Park über 70 Baum- und Buscharten und steht seit 1958 unter Naturschutz. Das bekannteste Baum im Park ist die um 200 Jahre alte Platane mit Ahornblättern. In diesem Park sind auch mehrere Kunststücke ausgestellt.

Professor Gradnik schließt den Besuch dieser Stadt mit einem Ausflug zur Spät-Barockkirche aus dem Jahr 1788 ab. In Ungarn gibt es zwei renovierte Kirchen, deren Innenwände mit Fresken bemalt wurden und eine von denen ist die Kirch in Körmend.

Quelle:

Körmend. Abgerufen am 22. 2. 2015 unter http://www.24cities.eu/si/7-varos/staedte/koermend.

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Das Batthyány Schloss in Körmend
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Das Batthyány Schloss in Körmend
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Das Batthyány Schloss in Körmend

Die erste schriftliche Erwähnung des Parkschlosses in Körmend geht ins Jahr 1620 zurück. Zwischen 1720 und 1799 war dies der einzige französische Park in Vas megye, wo heute schon mehr als 70 Baum- und Buscharten zu finden sind.

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Das Batthyány Schloss in Körmend
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Das Batthyány Schloss in Körmend

 

Für Besucher geschlossen.

Alkotó Otthon
(Sennyey, Bezerédj, Békássy kastély)
9766 Zsennye, Szabadság tér 3.
T: +36 94 / 379-017
I: www.zsennye.hu

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Hof Sennyey-Bezerédj-Békássy, Zsennye

Hof Sennyey-Bezerédj-Békássy, Zsennye

Als Professor Feri Gradnik an diesem faulen Sonntagnachmittag das Material für sein Buch über die Schlösser in Murgebiet und Zala megye durchblätterte, kam er auf eine brillante Idee. Im Kopf war er ein Historiker, doch im Herzen ein Pädagoge, deshalb wusste er ganau wie wichtig die richtige Motivation ist. Weil er aber bierernst davon überzeugt war, dass man nichts im Leben zu ernst nehmen soll, nickte er seinem letzten Machwerk zu und lächelte schelmisch. Alle bisher besichtigten Schlösser hat er schön verschrieben und dachte sich, was wenn einer sich von selbst oder mit Hilfe der nahen und entfernten Nachfolgern derjenigen, welche die Geschichte des Schlosses mitgestaltet haben beschreiben könnte. Was würde also passieren, wenn er für das Sennyey-Bezerédj-Békássy Schloss im Ort Zsennye eine E-Mail Adresse erstellt hätte?

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Hof Sennyey-Bezerédj-Békássy, Zsennye

Er wusste, dass Zsennye ein ungarischer Dorf in der Szombathely Unterregion und der Tolna Pfarre sei und dass die ersten Daten über den Schloss ins Jahr 1183 zurückgehen. Das Geregye Nachbarsdorf wurde nach Pál Geregy, dem Leiter der Templer benannt, die Bela IV dabei geholfen haben aus der Schlacht bei Muha zu fliehen. Als Dankeschön hat der König den Kämpfern in seinen Pfarren Sopron, Zala und Vas megye Häuser geschenkt. Laut mündlicher Überlieferung stammen auch die Ansätze der Schlösser aus dieser Zeit. Der Professor fand es sehr interessant, dass der Urgrundriss in Form eines Kreuzes dargestellt wird. Während seiner Erforschung dieses Gebiets hatte er sogar herausgefunden, dass heute dieses Gebäude als Kreativitätshaus für die Besucher benutzt wird, dass es gelichzeitig bis zu 40 Besucher empfangen kann und dass der Park und der Schloss seit 1955 unter Naturschutz stehen. Das war alles, was er alleine herausfinden konnte, deshalb...

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Hof Sennyey-Bezerédj-Békássy, Zsennye

Genau so wird er das machen. Er wird die Menschen dazu auffordern sein Wissen mit historischen Daten und Anekdoten zu bereichern, wie zum Beispiel die Geschichte über einem der Schlossbesitzer Károlly Sennyei, der ein leidenschaftlicher Kartenspieler war und das Leben im Dorf gehasst hat, weil er sich nach Feier und Party sehnte. Vielleicht wird er sogar Eindrücke über die bekannte Zusammenkunft der Architekten und Designer auf dem jährlichen Zsennye Workshop, dem ersten internationalen Designer Workshop im Ostblock, das schon seit 1978 organisiert wird und Themen bezüglich dem nachhaltigen und gesellschaftlich verantwortlichem Design behandelt bekommen.

Hier ist es also, die E-Mail Adresse für alle, die ihm bei der Sammlung zusätzlicher Informationen über den Schloss in Zsennye, Ungarn helfen möchten: info@pannon-castles.eu.

Quelle:

Sárvár. Abgerufen am 23. 2. 2015 unter http://sl.wikipedia.org/wiki/S%C3%A1rv%C3%A1r

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Hof Sennyey-Bezerédj-Békássy, Zsennye
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Kreativer Heim und ehemaliges Schloss
Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schloss lange ausgeraubt, zerstört und ruiniert, bis es in 1953 von der Gemeinschaft der ungarischen Staatskünstler übernommen und in ein Kreativhaus umgestaltet wurde. Heute ist das Gebäude im Besitz der ungarischen kreativen und artistischen Landesstiftung und wird vor allem für artistische und kreative Lager, artistische Ausbildungen, Konferenzen und Ausflüge der Künstler und ihrer Familien verwendet.

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Hof Sennyey-Bezerédj-Békássy, Zsennye
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Hof Sennyey-Bezerédj-Békássy, Zsennye

 

Das Schloss wurde in ein Hotel umgestaltet.

Schloss Hotel Sibrik
Rákóczi F. u. 1. 9727 Bozsok
T: +36-1 225-3384, +36-1 225-3385
I: www.bozsok.hu

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Die Burg Sibrik, Bozsok

Professor Feri Gradnik öffnet sein Laptop und schaut in den leeren Bildshirm. Sowie schon einige Samstage hintereinander, wartet er auch jetzt auf das Zeichen aus dem Weltall, das ihn in die heutige Arbeit einlenken sollte. Langsam, aber schön entsteht sein Buch über die Burgen. Bald sind die Ferien vorbei und zum Schreiben bleibt keine Zeit mehr. Noch bevor er die Finger auf die Tastatur legt, ertönen durch die Palme, die dicht am Fenster steht, zarte Stimmen, mit dem Auszählreim: »Križ kraž, Kralj Matjaž …«(Kreuz und Quer, König Matthias…«) Der Professor zuckt zusammen: »Besuchte nicht einmal dieser legendäre König den Ort Bozsok, wo die Burg Sibrik steht?«

Bozsok ist ein kleines Dorf, dass am Fuße des Alpengebirges an der österreichisch-ungarischen Grenze liegt. Es gehört zu der Verwaltungsregion Kőszegi des Eisenburger Komitats.

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Die ersten Erwähnungen des Dorfes datieren ins Jahr 1277 bzw. 1279, wo die Ortschaft als Villa Bosuk erwähnt wird. Hier lebten die Ilyrer, Pannonier, Kelten, Slawen, Hunnen und Awaren. Im Jahr 1238 finden wir die erste Erwähnung des Ortes, das 12.000 Einwohner hatte und am Knotenpunkt mehrer Straßen stand. Bozsok war im Eigentum der Familien Kőszegi, Garai und Sibrik.

Das Gebiet gehörte zur Burg des Hl. Veits, die unter die Herrschaft der Familie Németújváry fiel. Die Familie schließ später die Siedlung dem Rohonc an und verwaltete sie bis zum 15. Jahrhundert. Im Jahr 1405 kam es unter die Verwaltung der Familie Garai. Im Jahr 1445 eroberte Frederik III. das Dorf. Der König Matthias Corvinus erteilte es seinem treuen Anhänger – Péter Tárnok, welcher es später János Bornemisszi übergab.

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Nach seinem Tod kam das Dorf ins Eigentum der Familie Sibrik als Geschenk des Königs, beansprucht hat es aber auch Familie Batthyány, die aber nur einen Teil des Dorfes kaufen konnte und einen der Paläste (zwischen den Jahren 1616 und 1617).

In der Zeit der Türkeneinfälle im Jahr 1532 wurde das Dorf völlig zerstört und dieses Gebiet besiedelten die Kroaten und behielten für längere Zeit auch ihre Sprache, die ungarische Sprache übernahmen sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1552 teilte Gergeyl sein Besitztum auf zwei Teile. Seine Erben aus beiden Zweigen haben Heime an beiden Seiten des Dorfes gebaut. Der Älteste hat den Palast bekommen, das heute noch zu sehen ist. Eine lange Zeit galt die Überzeugung, dass der Palast der Jagtsitz von König Matthias Corvin war. Das dreistöckige Haus, dass zum ersten mal im Jahr 1554 erwähnt wurde, wurde im Jahr 1614 wegen der Gefahr vor den türkischen Einfällen in eine Festung umgewandelt.

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Im unterem Teil des Dorfes ließ die Familie Batthyányi einen Hof bauen, im Norden aber die Familie Sibrik. Famile Batthyányi hat auch das gegenwärtige Bild des Dorfes geprägt. Der südliche Hof – auf Grund der gegenwärtigen Beschreibungen – verfiel wegen des Brandes, der als Folge eines Blitzeinschlags im Jahr 1841 ausbrach. Der nördliche Palast Sibrik wurde in der späten Renaissance gebaut, der größere Teil der Wände stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert, als die Burg eine Verteidigungsmacht erlangte. Im 17. Jahrhundert wurde sie in ein einstöckiges Gebäude umwandelt, die Fassade wurde im nächsten Jahrhundert im barokem Stil errichtet. Die einstöckige Burg war mit einem Graben umgeben. Am östlichen und südlichen Ende des rechteckig geformten Hofes befinden sich zwei Gebäude.

An den anderen beiden Enden können wir hohe Verteidigungsmauern und einen mehreckigen Turm an der Nordseite finden. Das kantige Einganstor ist mit Ornamentteilchen umkreist, die die zusammengesetzten Familienwappen von Nádasdy und Sibrik mit der Jahreszahl 1611 darstellen.

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Der Südtrakt ist der Jüngste: aus dem 18. Jahrhundert, die Renovierung datiert ins Jahr 1702. Das Gebäude wurde auch im Jahr 1815 renoviert. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann es noch ein Stockwerkt dazu, hinzugefügt wurde noch der Dachboden und der Balkon an der südlichen Seite der Fassade. Im ersten Stock, hinter dem südlichen Balkon, befindet sich der Rittersaal, verziert im Rokoko-Stil, im Saal ist auch ein Ölportrait der Kaiserin Maria Theresia. In der modernen Zeit ihrer Geschichte war es eng mit der Herzogszweig der Familie Batthyányi verbunden. Ihr impressives Schloss ist eines der bedeutendsten ungarischen Denkmäler, die Mauer des nördlichen, westlichen und östlichen Flügels stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die Familie Sibrik hat ihn 1906 an Gyuli Végh, dem späteren Dierktor des Museums der angewandte Kunst, verkauft. Er war der ernshafte Liebhaber des Schlosses und seiner Umgebung. Die Burg überlebte den zweiten Weltkrieg, war aber in Ruinen, bis zum Jahr 1951, als Gyuli Végh mit dem Renovieren begann. Im Jahr 1959 wurde die Burg renoviert und in einen Ferienort des Eisenburger Komitats verändert. Heute befindet sich hier ein Hotel.

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Die August Mittag-Sonne brennt und der Professor sucht sich einen Schatten im englischem Burggarten, dass siech auf 11 Hektar erstreckt und unter Naturschutzgebiet steht. Hier leben miteinander viele kostbare Pflanzen- und Tierarten. »Vielleicht komme ich irgendwann im Winter zurück und nutze die Nähe der Grenze, wohne in der ungarischen Burg und fahre Ski auf österreichischen Pisten«, schnurrt er zufrieden vor sich hin und genießt noch ein wenig die Sonne.

Bozsok ist einer der Fremdenverkehrsdestinationen in der Gebirgsgegend von Kőszeg und bietet ein subalpines Klima und viele kulturelle Erlebnisse. Das Hotel bietet ein mittelalterliches Erlebnis für die Gäste, es ist aber auch für die Organisation von Geschäftstreffen geeignet.

Die Freunde sticheln manchmal Professor Gradnik, dass er alles liebt, was alt ist. Somit würde er sie nicht enttäuschen, wenn er den Besuch mit der Besichtigung zweier Ruinen abschließt:

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Die Eine ist das Schloss von Batthyány, die im Jahr 1841 abbrannte und ein beliebter Ort vom Lord von Rohan war. Hier wohnten auch Ferenc Rákóczi II. (1698) und Kaiser Napoleon (1813). Die zweite Ruine ist eine ehemalige Kirche der Hl. Dreifaltigkeit, die sich in der Nähe der Kirche der Hl. Anna befindet.

Quellen:

Bozsok – Sibrik Castle. Abgerufen am 19. 2. 2015 vom http: //www. Vasmegye.hu/castles-andhalls/bozsok---sibrik-castle

Budapest.com. Abgerufen am 19. 2. 2015 vom http://www.budapest.com/hungary/koszeg/thinks-to-do/bozsok.en.html

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Die Burg Sibrik, Bozsok
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Die Burg Sibrik, Bozsok
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Die Burg Sibrik, Bozsok

Die Pfarrkirche der Heiligen Ana ist ein mittelalterliches Gebäude, dass im Jahr 1630 vom Bischof István Sennyi geheiligt wurde.

Der Weinhaus (Borház) befindet sich an der Rákóczi Strasse 133 und wurde im Jahr 1819 renoviert. Es erhielt die Werte der Weinkultur und kann während der lokalen Veranstaltungen besichtigt werden.

Die Kapelle des Heiligen Josef wurde in 1689 im Kazó-Kirchenregister erwähnt.  Ihre Ausstattung umfasst den Hauptaltar aus der Rokokoära, das übermahlte Altarbild und den Kreuz, das über diesem Bild steht. 

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Die Skulptur des Heiligen Florian und des Heiligen Johannes Nepumuk
Die Skulptur des Heiligen Florian, der als Feuerwehrpatron bekannt ist, wurde im Jahr 1996 vom Bozsokért Verein vor dem Feuerwehrhaus auf der Küste des Baches Aranypatak aufgestellt. Die zweite Skulptur, d.h. die Skulptur des Heiligen Johannes, steht aber im Vorhof der Kapelle des Heiligen Johannes.

Schlossruine Battyányi
Das Schloss wurde anstelle des ehemaligen unteren Schlosses der Familie Sibrik gebaut und befindet sich zurzeit im Besitz der Ungarischen Schatzkammer. Das Schloss ist in einem sehr schlimmen Zustand, deshalb ist jede Annäherung der Schlossruine äußerst gefährlich. 

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Die Burg Sibrik, Bozsok

Zentrum und Theater des Jurisics Schlosses
9730 Kőszeg, Rajnis u. 9.
9731 Kőszeg, Pf. 51.
T: +36 94/360-113
E: jurisics@koszeg.hu
I: www.jurisicsvar.hu

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Die Burg Jurisics in Kőszeg

Am Morgen, als Professor Feri Gradnik in der kleinen Bäckerei auf frische Brötchen wartete, ist ihm etwas ganz ungewöhnliches widerfahren. Etwas, was ihn ganz verwirrte. Hinter seinem Rücken unterhielten sich drei sehr attraktive jüngere Frauen, das musste er sich schon eingestehen, als er sie im Spiegel hinter dem Pult beobachtete, ganz ernst darüber, wie es heutzutage keine echten Helden mehr gibt. Solche, wie aus den Büchern, die sich den Bösewichten wiedersetzten, ebenfalls aber für die Poesie schwärmten. Unabsichtlich dachte er nach, dass er selber schon gern Poesie mag und er auch Judo im Gymnasium trainierte, aber genügt das? Vielleicht findet er heute die Antwort im westlichen Teil des Eisenburger Komitats, im kleinen idyllischen Städtchen Kőszeg oder Kiseg, wie es die Kroaten nennen, das einen richtigen Helden hat. Dieser, der Nationalität nach Kroate, hatte einen bedeutenden Einfluss auf die ungarische Geschichte.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Die Umgebung der Stadt wurde schon seit der Urzeit besiedelt. Einige sagen, dass hier im Jahr 802 die Heere der Avaren und Franken kämpften. Die Ungarer, die auf dem Gebiet der heutigen Siedlung Kőszegfalva eine Kolonie gründeten, beschäftigten sich mit der Bearbeitung des Eisens. Im 12. und 13. Jahrhundert wurde dieser Raum strategisch wichtig wegen der Verteidigung vor dem Eindrang der deutschen Soldaten. Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert von der Familie Kőszegi (kroatisch Gisingovci), Unterzweig einer der stärksten ungarischen Adelsfamilien Héder, die Ende des 13. Jahrhunderts, in der Zeit der letzten Arpad Könige, den größten Teil des östlichen Ungarns, Teile von Kroatien und Slawonien, beherrschte. Im Jahr 1327 vereinigte der ungarische König Karel Robert erneut Ungarn, aus dem Stamm der Anjouer, nach dem Aussterben der Arpads. Er brach die Macht des ungarischen Adels und nahm den Kőszeg ihren ungarischen Besitz.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Die Burg in Kőszeg und die Stadt kamen im Jahr 1328 unter königlichen Besitz und die Stadtprivilegien wurden mit den Marktrechten und den Rechten für den Weinhandel ergänzt, die Bürger waren steuerfrei, sie mussten aber für die Festung sorgen. Die Burg kam dann in den Besitz von König Sigismund von Luxemburg, Familie Ellerbach, Palatin Nikolaus Garai, Kaiser Friderik III., König Matthias Corvin kaufte sie aber im Jahr 1482 und schenkte sie dann seinem Sohn János Corvin. Beim Wiederstand der ungarischen Bauern und dem Versuch von Rákóczys Ungarn von der österreichichen Herrschaft zu befreien, war Kőszeg in den Jahren 1705-1711 neben Szombathely die wichtigste Festung der Kuruzen (Aufständische) auf dem Gebiet westlich des Flusses Raab. Die Burg war bis zum Jahr 1695 in Besitz der Österreicher, als die Grafschaft und die Stadt in den Besitz der Familie Esterházy eingebunden wurde, die mit beiden bis zum Jahr 1931 wirtschafteten. Im 17. und 18. Jahrhundert florierte die Stadt wegen des Handels, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor es die Führungsrolle im Eisenburger Komitat. Es erhielt aber die saubere Natur und das unberührte Altstadtzentrum, welches heute schön erneuert ist.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Kőszeg gilt als eines der schönsten ungarischen Städtchen. Mit dem Friedensvertrag nach dem ersten Weltkrieg wurde ein großer Teil dieses Ortes Österreich zugeteilt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Entwicklung wegen politischen Verhältnisse und dem »eisernen Vorhang« in den 80-ern Jahren des 20. Jahrundert fortgesetzt.

Professor Gradnik parkte sein rotes Kabrio in dem Moment auf dem Marktpaltz, als in der naheliegenden Kirche die Glocken läuteten. Ist es schon Mittag? Aber die Uhr zeigte erst elf. Die Heldenstädte sind wirklich eigenartig.

Eine der wichstigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist auf jeden Fall die Burg von Jurisics oder die Burg Esterházy. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert im gotischen Stil als wichtigstes Glied des Verteidigungssystems der mittelalterlichen Stadt.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Die Burg Jurisics, die aus der Vorburg, welche schon vor der Bildung der Stadt existieren sollte, und der Innenburg besteht, ist der älteste Stadtteil, welcher am rechten Ufer des Baches Gyöngyös liegt und im nordwestlichen Teil der Stadt gebaut wurde. Die Innenburg, die von der Stadt getrennt ist, und die Vorburg, die östlich liegt, war mit einem Graben umgeben, der mit dem Wasser aus dem Bach Gyöngyös gefüllt war. Die Vorburg ist in die Richtung der Innenburg geöffnet, wo eine Brücke über den Wassergraben bis zum Tor führte. Die Innenburg ist breiter, im Stockwerk des westlichen Trakts wurde ein Rittersaal erbaut, im Erdgeschoß ein Keller. Im nördlichen Teil gibt es eine Kapelle, im östlichen und südlichen sind die Wohnräume, die im 14. Jahrhundert erbaut wurden, wobei der westliche Teil des nördlichen Traktes im 15. Jahrhundert erweitert wurde. Dieser war schon aus Ziegelsteinen gebaut. Zu dieser Zeit wurde auch das Erdgeschoss des südlichen und östlichen Traktes gebaut. Bis zum Ende des Jahrhunderts wurde auch die Schutzwand gebaut.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Nach den Türkenangriffen im Jahr 1532 wurde sie erneuert, aus dieser Zeit stammt auch die Form der Mauer, die gänzliche Erneuerung wurde im Jahr 1616 durchgeführt. Das Innere der Burg wurde später dem Rennaissance- und dann noch dem Barokem-Stil angepasst. Beim großen Brand im Jahr 1777 brannte das Stockwerk des nördlichen Traktes ab. Dieser wurde dann abgerissen und an der südlichen Seite wurden ein neuer Trakt und die Hofarkaden gebaut. Im fünften Turm erbaute die Familie Esterházy eine Kapelle. Das untere Tor wurde im Jahr 1780 abgerissen, das obere Tor und den Turm Halász aber im Jahr 1838. Der Turm von der Straße Chernel aus und die Reste der Stadtmauer sind noch heute im unbeschädigten Zustand. Im 18. Jahrhundert war die Burg im Besitz der Familie Kőszegi.

In der heutigen Zeit ist die Burg mit der Einrichtung aus dem 18. und dem 19. Jahrhundert ein Veranstalltungsplatz für verschiedene Programme. Sie dient als Museum, Kulturhaus und als Schauplatz für verschiedene Veranstalltungen.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Im Museum kann man eine ständige Austellung mit dem Titel Jahrhunderte der Burg Kőszegi besichtigen, die über die Zeit der Arpaden, über das Leben im 15. Jahrhundert, über die Türkenbelagerung und über die Familie Esterházy, die lange Zeit die Besitzerin der Burg war, erzählt. Die Aufmerksamkeit ist auch der Weingegend um die Stadt gewidmet.

In der Stadt errinert Einiges an den Namen des Helden Nikola Jurišič, er wurde aber auch Teil einer Legende:

Im großen österreich-türkischen Krieg hielt die kleine Festung Kőszeg im Jahr 1532 das große türkische Heer auf dem Weg nach Wien auf. Der Befehlshaber der wenigen Stadtbesatzung von Nikola Jurišić (die Ungarer nennen ihn Jurisics Miklós) wehrte zwischen dem 5. und dem 30. August 19 Angriffe des Heeres des großen Wesirs Pargali Ibrahim Pascha ab. Nach dem gescheiterten Kriegszug gegen den Sultan Süleyman im Jahr 1529, schickte Ferdinand I. Nikola Jurišić nach Konstantinopel zu den Friedensverhandlungen.

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Süleyman behielt aber Jurišić bis Dezember 1530 in Gefangenschaft , als er dann nach Kőszeg zurückkehren durfte und die Funktion des Hauptmanns der Burg übernahm. Süleyman startete 1532 erneut einen Kriegszug nach Wien und nach Kőszeg kamen etwa 60 000 Soldaten. Die Belagerung der Burg begann am 10. August. Die Türken griffen die Burg erfolglos und hart an, die Janitschare aber leisteten bei der Belagerung wegen des Hungers Widerstand. Der Wesir bat Jurišić, dass er acht türkische Flaggen aushängen sollte, das türkische Heer begann aber mit dem Abzug. Ferdinant erteilte Jurišić wegen dieser Heldentat den Titel Baron der Stadt und schenkte ihm auch die Burg. Gerade aus dieser Zeit stammt auch die Form der Festung.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Quellen:

Kőszeg. Abgerufen am 19. 2. 2015 vom http://sl.wikipedia.org/wiki/Kőszeg

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Die Kirche des Heiligen Imre wurde zwischen 1615 und 1618 als Sammelplatz der ungarischspachigen Protestanten gegründet. Die Beiträge für den Ausbau der Kirche waren ein Geschenk der Bürger.

Marienskulptur
Die Skulptur der Königin des Rosenkranzes wurde auf die Kosten der Stadt Kőszeg aufgestellt und ist das Kunstwerk von Lorenz Eisenköbel aus Sopron. Die Skulptur wurde aus Fertőrákos Sandstein gemeißelt und repräsentiert einen der Ortssymbole des Marienkults, der zur Zeit der Gegenreformation gefördert wurde.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

Die Skulptur der Heiligen Dreifaltigkeit wurde auf den Vorschlag der katholischen Gläubigen aus Kőszeg während des Epidemie-Ausbruchs nach den Kuruc-Kämpfen aufgestellt und wird deshalb auch Pestsäule genannt. Die Gläubigen haben gehofft, dass Gott hierfür die Epidemie abschaffen wird.

Die Herz-Jesu-Kirche wurde aus dem Vermögen des Pfarrers János Győri, der in 1849 gestorben ist, aufgebaut.

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Die Burg Jurisics in Kőszeg

 

Für Besucher geschlossen.

Hof Erdődy
Utca 50-52., 9545 Jánosháza
I: www.janoshaza.hu

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Erdődy Hof, Jánosháza

Erdődy Hof, Jánosháza

An einem Samstagmorgen im August...

Dieser Samstagmorgen fing als Erweiterung des Freitagabends an. Professor Feri Gradnik konnte sich nicht genau erinnern, wann er gestern nach Hause gekommen ist, er weiße nur, dass die Sonne schon aufging, denn er erinnert sich an den Kleiber, der in den letzten paar Tagen seinen Garten in Beschlag genommen hat und ihm heute früh argwöhnisch vom Heckenzaun betrachtete. Der Professor erinnert sich noch flüchtig daran, dass er seinen Freunden am Tisch gesagt hat, er muss jetzt nach Hause, weil die Sonntage für die Ausflüge zu den Schlössen reserviert sind, doch der gutgelaunten Gesellschaft schienen seine Pläne völlig egal zu sein. Nur Jan zeigte Interesse und wollte wissen wieso er seine wertvolle Zeit an alte Wände und Gebäude verschwändet.

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Erdődy Hof, Jánosháza

Der Professor beeilte sich mit der Antwort und versuchte ihm zu erklären, dass man die Gegenwart nur dann verstehen kann, wenn man der eigenen Vergangenheit bewusst ist, doch Jan, der Surf- und Ski-Instruktor und Amateurkoch sagte dem Professor er soll ihm beweisen, dass wirklich jeder Stein eine attraktive Geschichte erzählen kann. Professor Gradnik hat diese Herausforderung angenommen und seinen Freund zur Erforschung des Janošlands eingeladen.

Das Jánosháza Dorf bzw. »Janošland« befindet sich in West Ungarn an der österreichischen Grenze. Jánosháza ist die älteste Besiedlung, deren Name das erste Mal in Dokumenten aus dem 15. Jahrhundert auftaucht. Es wird vermutet, dass die Besiedlung schon in der vorgeschichtlichen Zeit besiedelt wurde. Während König Štefans Regierungszeit gehörte die Siedlung um Jánosháza noch zum Königreich. Die Besiedlung wurde in 1396 von János, dem Mitglied der Varsányi Familie entdeckt und nach ihm benannt. Das Schloss auf der Hügelspitze an der nördlichen Seite des Dorfes ist eins der seltenen überlebenden mittelalterlichen Schlösse in Ost Europa.

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Erdődy Hof, Jánosháza

Die Besitzung hat im Laufe der Zeit mehrere Besitzer gewechselt. Einer ihrer bekanntesten Besitzer war die Garay Familie aus dem späten 14. Jahrhundert; in 1480 gehörte es Pál Kinizsi und später im frühen 15. Jahrhundert dem Bischof aus Győr und späterem Erzbischofs von Esztergom Tamás Bakócz und seinem Erben Péter Erdődy. Seit 1758 war diese Besitzung das Eigentum der Erdődy Familie.

Die Dokumente aus dem 18. Jahrhundert beweisen, dass sich die Stadt in die Richtung einer Geschäftsstadt entwickelt hatte, doch ihre Messerechte erhielt sie erst im Jahre 1780. Die Stadt entstand und wuchs um den Schloss und der Kirche herum.

Im Jahr 1510 erlaubte der König dem Graf Péter Erdődy sein Haus zu befestigen und es mit einer Mauer und einem Graben zu umgeben. Im Jahre 1609 hatte dieses befestigte Gebäude, damals schon Schloss, einen Turm mit Uhr und Glocke. Der Schlossturm hatte ein Kuppeldach und wurde mit einem Wassergraben umgeben. Der Ostflügel ist am Ende des 15. Jahrhunderts gebaut und im frühen 16. Jahrhundert von Péter Erdődy mit Details in Renaissancestile dekoriert worden.

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Erdődy Hof, Jánosháza

Das Schloss wurde inzwischen dem eminenten Kommandant András Choron verkauft, der es aber seinem Sohn János hinterlassen hat. Während dieser Zeit wurde das Schloss erhöht und mit dem Westflügel erweitert. In 1570 hat der Richter des Obersten Gerichtshofs Tamás Nádasdy, der damalige Besitzer des Somló Palastes, die Festung wegen der türkischen Gefahr erweitert und befestigt. In der Mitte des 17. Jahrhunderts übernahm das Schloss der Palatin Miklós Illésházy, dessen Tochter die Räume mit riechen Fresken bemalt und dekoriert hat. Am Anfang des 18. Jahrhunderts war das Schloss schon fast eine Ruine. In 1732 kam es wieder ins Besitz der Erdödy Familie und das einst vernachlässigte Gebäude ist im 1750 im Barockstile wieder renoviert worden. In 1765 nach dem Tod von Anne Illésházy Erdödy übernahm das Schloss Sándor Erdödy VI, der es in 1935 renoviert und mit dem 2. Stock, einer Mansarde und Kuppelturm erweitert hat.

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Erdődy Hof, Jánosháza

Nach dem zweiten Weltkrieg ist das Schloss wegen der kommunistischen Ordnung zum staatlichen Eigentum geworden. Das Schloss wurde danach als Krankenhaus für ansteckende Krankheiten, als die Landwirtschafts-Fachschule, Kindergarten und Geschäftswohnungen verwendet.

Zwischen 1979 und 1986 hat aber hier das ungarische Bundesrat für Denkmalschutz Forschungs- und konservatorische Arbeiten gemacht. In 1998 hat die ungarische Regierung das Schloss mit Gelände dem Architekten Joseph Pell Lombardi ins Teilrenovierung gegeben; Lombardi hat das renovierte Schloss im Jahr 2008 der ungarischen Regierung zurückgegeben.

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Erdődy Hof, Jánosháza

Der Professor und sein Freund haben noch ein bisschen länger die Stadt erforscht, doch dann wurde der Tag auf einmal zu heiß und sie sind im rotem Cabrio direkt zum Balaton See gefahren. Die fast 50 Kilometer lange Fahrt entlang der Straße Nr. 84 war im Nu vorbei und am Ende des Tages verspottete Jan, der Surf- und Ski-Instruktor und Amateurkoch die Vorliebe seines Freundes für Geschichte schon ein bisschen weniger.

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Erdődy Hof, Jánosháza

Quelle:

Dugački, V. (2010): Medicinski docent zagrebačkoga vseučilišta. Abgerufen am 20. 2. 2015 unter: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21192123

Joseph Pell Lombardi. Abgerufen am 20. 2. 2015 unter: http://www.josephpelllombardi.com/5homes/castle.html

National and the Historical Symbols of Hungary. Abgerufen am 20. 2. 2015 unter: http://www.nemzetijelkepek.hu/onkormanyzat-janoshaza_en.shtml

Tourism of Jánosháza. Abgerufen am 20. 2. 2015 unter: https://www.telepules.com/en/janoshaza/tourism/sights/erdody-choron-castle-2272.html

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Erdődy Hof, Jánosháza
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Erdődy Hof, Jánosháza
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Erdődy Hof, Jánosháza

Die römisch-katholische Kirche wurde um das Jahr 1734 anstatt der ersten, heute schon zerstörten, hölzernen Kirche gebaut. Im Jahr 1779 wurde sie auf die Kosten der Erdődy Familie vergrößert und im klassizistischen Barockstile umgebaut.

Skulptur der Jungfrau Maria
Die barocker Schöpfung im Maria Garten bildet die Krönung von Maria im Himmel ab. Über dieser Skulptur ist die Heilige Dreifaltigkeit abgebildet und auf den Konsolen stehen die Skulpturen zweier Engel.

Die Kapelle des Heiligen Vendel wurde in der Ehre des Heiligen Vendels im Jahr 1781 nach dem Ausbruch der Rinderpest gebaut, als die reichen Viehzüchter sich an Gott gewendet und den Heiligen Vendel um Hilfe gebeten haben. Sie haben versprochen, dass sie für die Abschaffung der Rinderpest eine Kapelle in seiner Ehre aufbauen werden. Die Dorfgemeinde hat ihre Versprechung erfüllt. 

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Erdődy Hof, Jánosháza

Skulptur des Ministerpräsident József Antall
Antall József (1932-1993), der Politiker, ist nach Herrschaftsänderung der erste freigewählte Ministerpräsident der ungarischen Regierung geworden. In seine Ehre hat die Selbstverwaltungsgemeinde mit Hilfe der Bürger von Jánosháza eine Bronzbüste der Bildhauerin Emőke Tóth aufgestellt.

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Erdődy Hof, Jánosháza

 

Das Ferenc Nádasdy Museum
Öffnungszeit:
Di - So:
09.00 - 17.00

Sárvár Tourist & TDM
T: +36 95 520-178
E: tdm@sarvar.hu
I: www.sarvar.hu

Das Ferenc Nádasdy Museum
9600, Castle District 1 (Nádasdy grad)
T: 06 95 / 320-158
E: info@nadasdymuzeum.hu
I: www.nadasdymuzeum.hu

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Schloss Sárvár

Schloss Sárvár

Professor Feri Gradnik geht jeden Morgen am Rande der sumpfigen Wiese hinter seinem Haus laufen um sich den Kopf zu leeren und Platz für neue Ideen zu machen und so war es auch heute Morgen. Während seines üblichen Laufs fängt er an darüber nachzudenken, wie die Erde zwischen der Mur und Raba und der Drava und Donau voll mit Wasseroberflächen bedeckt ist. Er versucht sich das damalige Leben an der Küste des Pannonischen Meeres (Tetis) vorzustellen. »Vielleicht könnte ich sogar den Besuch eines Schlosses mit einem angenehmen Heilwasserbad vereinen?“, dachte er.

Die Stadt Sárvár (slowenisch Mala Sela) erstreckt sich auf beiden Seiten des Raba Flusses, südlich von der Mündung des Gyöngyös Baches. Die Stadt ist ein Teil der Sárvár Unterregion und der Tolna Pharre. Sár bedeutet auf ungarisch Schlamm und vár steht für Schloss.

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Schloss Sárvár

Die Stadtgeschichte ist fest mit der Geschichte des gleichnamigen Schlosses verflochten.

Die Siedlung, in der schon die Römer gelebt haben, begann sich im 14. Jahrhundert zu entwickeln. Sárvár war eine königliche Besitzung mit besonderen Privilegien, was auch die Kopien der Originalurkunden von Lajos Nagy und König Matthias bestätigen. Die Besitzung der Kanizsai Familie wurde an Orsolya Kanizsai übergeben und nachdem diese in 1534 geheiratet hat, ist diese Besitzung zum Eigentum der Nádasdy Familie geworden.

Das Schloss liegt im Herzen von Sárvár und wird von einem ordentlichen Park umgeben, der das Aussehen der Stadt stark beeinflusst hat. Die ersten Bauarbeiten auf dem Gebäude wurden am Ende des 13. Jahrhunderts gemacht. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hatten sich die Mitglieder der Kanizsai Familie ein Schloss mit einem abgeschlossenem Hof gebaut.

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Schloss Sárvár

Für das heutige Aussehen des Schlosses sorgte Tamás Nádasdy zwischen 1549 und 1562, was auch die Jahreszahlplatte auf dem Bogen der Aula-Tür bestätigt. In der Ecke steht das Wappen der Nádasdy Familie. Architektonisch hat sich das Schloss in Phasen entwickelt, die Stirnseite aus dem 16. und 17. Jahrhundert diente als Schutzwand für das vorherige Schloss und hinter dem standen die Gebäude aus Holz. Die Wand wurde durch das gesamte Mittelalter renoviert und ausgebaut. In den Jahren 1550 bis 1560 hat die Ehefrau von Tamás Nádasdy den Schloss vergrößert und Stilmerkmale der Renaissance hinzugefügt. Tamás Nádasdy und seine Frau Orsolya Kanizsay haben auch mit der Tradition der Kunstsammlungen und Unterstützung der Künstler angefangen.

Ferenc Nádasdy hat im 17. Jahrhundert das Schloss großzügig ausgebaut, und zwar so, dass die Trakte fast das gesamte Innenhof abgeschlossen haben.

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Schloss Sárvár

Damit das Gebäude einträchtig aussieht, wurden einige Teile, die aus dem Mittelalter abstammen, abgerissen. Das neue repräsentative Zentrum entstand im nördlichen Teil des Schlosses. In 1653 hat Ferenc Nádasdy die Decke des Feiersaals bemalen lassen; der Autor dieses Kunststückes versteckt sich hinter den Initialen H.R.M. Vor dem Schloss steht noch eine kleine Kapelle. Der Großteil der Räume hat eine flache Decke, nur einige Flure sind gewölbt. Der Turm erstreckt sich durch 4 Etagen mit einfachen, viereckigen Fenstern.

Der Professor denkt darüber nach, für wie lange viele von diesen Schlössern und Palästen ins Tiefschlaf gesunken sind und wie schwierig es sein müsste diese wieder zum Leben zu bringen.

Die ersten Schlossrekonstruktionen wurden im Jahr 1958 angefangen. In der ersten Phase wurden die Wände der Festung, die später gebaut wurden und nicht ein Teil der ursprünglichen Gebäude waren, niedergerissen und dann in 1962 wurden die Vorbereitungs-, Bewertungs- und Untersuchungsarbeiten erledigt und der Revitalisierungsplan ausgearbeitet.

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Schloss Sárvár

Im Frühling 1962 bemerkte der Museumdirektor Géza Nógrádi einige Risse auf den Wänden des Feiersaals und hat demzufolge eine genaue Inspektion der Gebäude durchführen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass die Turm- und Feiersaalwände kurz vor Einbrechen stehen, deswegen wurde das Schloss statisch befestigt. In 1968 wurde auch die Stahlbeton-Brücke neugebaut. Wegen der Renovierungen ist die Musikschule aus dem Schloss gezogen.

Im Ferenc Nádasdy Museum gibt es Ausstellungen über die lokale Stadtgeschichte von der Römischen Zeit bis heute. Die Geschichtsausstellungen stellen die Druckereigewerbe und Verlagswesen auf den Nádasdy Besitzungen und die tausendjährige Geschichte der ungarischen Huzare vom Anfang der nomadischen Zeit bis zum 2. Weltkrieg vor.

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Hier kann man auch die Carta Hungarica, die Sammlung von 58 Landkarten und den Atlas, das dem Museum in 1986 von einem in Oxford, England lebenden Einheimischen geschenkt wurde.

Das Heilwasser, das die Touristen auch in den Thermen genießen können, hat laut der Nummer der Übernachtungen Sárvár zur siebten meistbesuchten Stadt im Land gemacht. Der Professor denkt darüber nach, ob er den Rest dieses Samstags im späten August nicht lieber in einem Kurort oder einem der nahen Adrenalinparks verbringen sollte. Die Entscheidung ist gefallen, er geht ins Kurort. Das wohltuende Wasser gibt ihm genug Energie für den Abend, damit er den Buchkapitel über die Schlösser in Vas megye beenden kann.

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Quelle:

Sárvár. Abgerufen am 23. 2. 2015 unter http://sl.wikipedia.org/wiki/S%C3%A1rv%C3%A1r

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Schloss Sárvár
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Schloss Sárvár

Die katholische Kirche des heiligen Ladislav ist eine mittelalterliche Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit, die auf dem damaligen Platz der Stadt Sárvár in 1645 mit Hilfe des Landesrichters Ferenc Nádasdy gebaut wurde.

Evangelische Kirche
Die Haupteigenschaft der klassizistischen Kirche war die Sakristei-Wand, die im Übermurgebiet für die Abtrennung der Apsis und der Kirche verwendet wurde.

Heilwasser
Das wertvolle Thermalwasser wurde in 1961 während Erdölbohrung gefunden. In Sárvár gibt es zwei Wasserarten, das aus der 1.200 m Tiefe (43° C) und 2.000 m Tiefe entsprungenes Wasser (83° C). 

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Schloss Sárvár

Der Abendteuerpark ist ein ideales Tapferkeitstest und der richtige Ort um sich auf unterschiedlichen Polygonen und in Kletterkursen zu amüsieren.

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Schloss Sárvár

Über das FUTUR-Projekt

Die touristischen Angebote von West Ungarn und der Region Pomurje im nordöstlichen Teil von Slowenien sind sehr mannigfaltig. Die gemeinsame grenzüberschreitende Region hat eine reiche Natur-, Bau- und Kulturerbe, einen großen Vorrat von Heil- und Thermalwasser und dank der lokalen Geschichte auch ein buntes Angebot von touristischen Programmen. Das Ziel des FUTUR-Projekts ist es ein gemeinsames touristisches Gebiet zu gestalten und zu entwickeln, das nicht durch Pfarrei- und Landesgrenzen begrenzt und limitiert wird.   
Teilnehmer am Projekt: die Gemeindeverwaltung der Pfarre Vas megye, die Regionale Entwicklungsagentur Mura und die Gemeinden Apače, Beltinci, Grad, Križevci, Lendava, Ljutomer und Moravske Toplice.
 
Das FUTUR-Projekt wird im Rahmen des Operativen Programms für grenzüberschreitende Zusammenarbeit Slowenien-Ungarn 2007-2013 ausgeführt und aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung und aus nationalen Mitteln finanziert.

Kontakt: Romeo Varga (+386 2 534 80 24, romeo@rra-mura.si)

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Die E-Monographie über Höfe und Schlösser:
Entwurf und Design: Frontal d.o.o.
Technische Ausführung: Frontlab d.o.o.
Autorin des Texts: Norma Bale

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